Überraschter Brunner. Hat es ihm „die Red´verschlagen“? Noch-ÖVP-Finanzminister Magnus Brunner, von der türkis-grünen Regierung als nächster österreichischer EU-Kommissar nominiert, hat diese Woche bekanntlich von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nicht wie erwartet oder erhofft ein seiner Expertise entsprechendes Ressort aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen oder Wettbewerb zugeteilt bekommen, sondern Asyl und Migration. Die Kommentaren feixen seither über diese (vermeintliche?) Gemeinheit der EU-Chefin, die ausgerechnet dem Kommissar aus einem Land, das besonders heftige Kritik an der Asyl- und Migrationspolitik der EU übt, diesen Job überträgt. Und was sagt der nominierte Vorarlberger selbst? Das hat er nun „Krone“-Innenpolitik-Leiterin Ida Metzger in deren Interview-Reihe „Auf einen Spritzer mit…“ verraten. Man traf sich dafür in Brunners Lieblingslokal in Wien. Ob er enttäuscht sei, wollte die Kollegin vom Kommissar in spe wissen. Nein, Enttäuschung sei es keine, „aber es ist eine Riesenherausforderung“, gibt Brunner zu. Und vor allem gesteht er: „Es war eine Überraschung für mich, das muss ich schon sagen.“ Ja, eine Überraschung – wohl nicht nur für ihn…
„Kein Hardliner“. Und wie wird Brunner – vorausgesetzt er wird bei der Anhörung durch das EU-Parlament bestätigt – sein Amt anlegen? Pragmatisch, wie er sagt. Es gehe nicht darum, „marktschreierisch irgendwelche emotionalen Dinge in dem Bereich umzusetzen“, findet er, man müsse zwischen der illegalen Migration und der legalen Migration trennen. Einer der Gründe, warum Ursula von der Leyen ihm das Ressort anvertraut habe, sei „dass man Brücken bauen muss“. Das unterstreicht er mit einem bemerkenswerten Satz: „Ich bin Pragmatiker und kein Hardliner.“ Als „Mission Impossible“ sieht er den künftigen Job übrigens nicht, sonst würde er, wie er versichert, ihn nicht antreten. Die Zuversicht Brunners teilen die „Krone“-Leser und -User allerdings nicht. Auf unsere „Frage des Tages“, ob er das EU-Asylchaos in den Griff bekommen werde antworteten 92 Prozent mit Nein. Schafft er es trotzdem – dann wäre das die größte Überraschung.
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