Probieren wir es einfach und machen was daraus“: Das waren die Gedanken von Patrick Müller und Klaus Wallner, als sie sich 2022 das Kika-Gebäude um rund fünf Millionen Euro sicherten. Gebaut im Jahre 1993 gilt das rot-weiße und dreistöckige Gebäude mit rund 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche als eines der wohl auffälligsten und größten in Saalfelden – gelegen direkt an der B311.
Nach der Pleite der Möbelhauskette und dem Benko-Ärger feilten die Pinzgauer Investoren am Zukunftsplan: Ketten wie Müller, Lidl, Action und Kare sollen genauso Platz bekommen wie ein Indoor-Spielplatz, ein Pop-Up-Store für heimische Unternehmer und Räume für Vereine oder Bands. Das würde 80 Arbeitsplätze bringen. Ein „Mehrwert für die Region“ so die Unternehmer, die argumentieren: „Wenn Geschäfte nicht da sind, wird online gekauft. Und es bringt Kommunalsteuern.“
Einer der wohl größten Vorteile: Es muss nichts betoniert oder verbaut werden. „Das ist eine Chance für Saalfelden. Wir müssen hier nach vorne schauen und nicht zurück“, findet Müller. Und Wallner ergänzt: „Wenn dieses Projekt nicht durchgeht, wer soll hier sonst noch etwas machen?“ Seit Wochen regt sich aber Widerstand. So mancher Kaufmann – vor allem im Zentrum – fürchte Umsatzeinbußen.
Und der Plan stehe der Innenstadt-Belebung entgegen, für die sich die Stadt verpflichtet hatte, sagt der rote Bürgermeister Erich Rohrmoser: „Wir brauchen keine neue Konkurrenz zu den Innenstadtgeschäften. Anders sieht es Vize-Bürger Thomas Haslinger von der ÖVP: „Da die Betreiber gewillt sind, Kompromisse einzugehen, bin ich dafür.“ Eingelenkt haben die Kika-Eigentümer nämlich jetzt schon: die Müller-Filiale ist bereits gestrichen.
Die Entscheidung fällt am Montag: Da muss die Gemeindevertretung über die Umwidmung entscheiden. Während SPÖ und Grüne dagegen sind, werden die FPÖ und das neue Bürgerforum (BFS) dafür stimmen. „Die Leute wollen einen Indoor-Spielplatz, der ist ganz wichtig“, findet Monika Innerhofer (BFS). Letztlich liegt es aber an den Stimmen der ÖVP-Vertreter: „Bei uns herrscht kein Fraktionszwang“, betont dabei Haslinger. Und nicht alle Saalfeldner Unternehmer seien dagegen, wie die „Krone“ hörte: Dadurch komme ja auch Kaufkraft aus der Umgebung in den Ort. A. Lovric
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