Gläubige Kicker

Beide Zeigefinger nach oben: So jubeln die Stars

Sport
22.02.2013 09:33
Lionel Messi tut es, David Alaba tut es, Kaka tut's schon lange und auch Andy Ivanschitz immer wieder. Immer mehr Stars drehen nach einem Volltreffer ab, recken beide Zeigefinger nach oben und blicken in Richtung Himmel. Offene Zurschaustellung religiöser Verwurzelung oder banale Modeerscheinung? Die Hintergründe zum neuen Torjubel-Trend.

Scharfe Hereingabe von rechts, Andy Ivanschitz kommt mit vollem Karacho angerauscht, verwertet mit seinem schwächeren rechten Fuß zum 1:0 für seine Mainzer gegen Schalke 04. Der Torschütze dreht jubelnd ab, blickt nach oben und streckt beide Zeigefinger ebendorthin. "Das hatte keine besonders tiefgründige Bedeutung, sollte aber sehr wohl ein Danke nach oben sein", erklärte er nun gegenüber krone.at nach seinem Tor am vergangenen Samstag. Er sei aber durchaus gläubig. "Das Ritual mit dem Dank an Gott zelebriere ich seit einigen Jahren."

Alaba und die Kraft Jesu
Damit liegt der Burgenländer voll im Trend. Auch Ivanschitz' Nationalteam-Amigo David Alaba, den nicht wenige Experten für den besten Linksverteidiger der Welt halten, bedient sich der Jubel-Geste nach jedem Volltreffer. Aus religiösen Gründen. "Meine Kraft liegt in Jesus", gibt der Bayern-Turbo als sein Lebensmotto an. Kaum eine Gelegenheit lässt das Supertalent aus, um zu erwähnen, wie dankbar er Gott für seine Gabe sei. Nach jedem Tor - für einen Verteidiger sind das gar nicht wenige - dankt er dem Herrn auch sichtbar dafür.

Messi "sehr gläubig"
Auch Zauberdribbler Lionel Messi bezeichnet sich selbst als "sehr gläubig" und dankt nach jedem Volltreffer Gott. Um bei seiner Trefferquote Arme und Zeigefinger nicht jedes Mal aufs Neue nach oben reißen zu müssen, wäre es fast eine Überlegung wert, die Arme gar nicht mehr abzusenken. "Ich brauche keine besonderen Rituale und keinen Talisman", sagt Messi. Der Glaube an Gott genüge völlig.

Im Champions-League-Duell gegen den AC Mailand am Mittwoch blieb der "Floh" zwar blass, am Wochenende davor hatte er aber mit einem Doppelpack gegen Granada die 300-Tore-Marke für den FC Barcelona gebrochen. Und jeweils die Zeigefinger und seinen Blick in Richtung Himmel gerichtet.

Nachahmer Balotelli?
Gefallen an dieser Jubelgeste hat offenbar auch Milans neuer Fan-Schwarm Mario Balotelli gefunden. Nach seinem Tor gegen Parma tat es der Exzentriker Messi und Co. gleich, winkelte die Unterarme 90-gradig an und streckte beide Zeigefinger aus. Sah gut aus. An den vielleicht legendärsten Torjubel der Fußballgeschichte - Balotellis Muskelschau nach dem 2:0 im EM-Halbfinale gegen Deutschland - kam die Geste aber bei Weitem nicht heran.

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