Landesschulsprecherinnen von AHS und BMHS präsentierten bei Treffen mit Minister Polaschek ihre zentralen Anliegen: mehr Demokratie-Erziehung und eine Personalisierung des Lernens.
Sommerferien ade: Heute geht es in OÖ nicht nur für die 15.253 Taferlklassler wieder mit der Schule los. Doch was wünschen sich die älteren Schüler, die knapp vor dem Eintritt ins Berufsleben oder ins Studium stehen? Demokratie soll im Schulalltag nicht nur theoretisch vermittelt, sondern aktiv erlebt werden, forderte BMHS-Landesschulsprecherin Katharina Pillinger bei einem Treffen der neu gewählten Landesschülervertretung mit Bildungsminister Martin Polaschek, LH-Vize Christine Haberlander und Bildungsdirektor Alfred Klampfer.
Politik als Planspiel
Pillinger möchte, dass mit Initiativen wie einer Brüsselreise, einem Politikplanspiel und dem Landesschülerparlament den Schülern die Prinzipien der Demokratie näher gebracht und ihre politische Bildung gefördert werden sollen – auch mit Blick auf ihre Bedeutung für Integration.
Mehr „Personalisierung“ des Lernens
AHS-Landesschulsprecherin Sophie Helm hob bei dem Gespräch die Rolle der Individualisierung im Schulalltag hervor. Sie sagte, dass die Schüler die Möglichkeit haben sollten, ihren eigenen Interessen und Talenten nachzugehen, um sich individuell weiterzuentwickeln. Eine solche Personalisierung des Lernens sei entscheidend, um den verschiedenen Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden und ihnen die besten Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.
Die Vertretung von 190.000 Schülern
Die Landesschülervertretung ist die gesetzlich festgelegte und demokratisch gewählte Vertretung aller 190.000 Schüler in Oberösterreich. Sie setzt sich aus den drei Bereichen AHS, BMHS und BS zusammen. Jeder Bereich verfügt über ein achtköpfiges Team, an dessen Spitze die drei Landesschulsprecher stehen.
Ob das Wünschen etwas hilft? Die beiden Schülerinnen wurden jedenfalls von Politik und Bildungsdirektor fürs Engagement gelobt.
Wenn in der Gesellschaft etwas schiefgeht, sei es bei der Erziehung oder bei der Integration, dann gibt es stets eine politische Lösung – nämlich die Schule soll’s richten. Bernhard Hemetsberger, Bildungsforscher an der Uni Klagenfurt, hat ein interessantes Buch darüber geschrieben, wie die Institution Schule ständig überfordert und gleichzeitig schlechtgeredet wird.
Der Wissenschaftler plädiert für eine Stärkung der öffentlichen Schulen. Sonst würde die „Flucht“ der Eltern zu privaten Anbietern noch stärker. Eine Entwicklung, die der Demokratie schade, weil die Gemeinsamkeit fehle.
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