Wahl-Moral. Jetzt erheben viele ihre Stimme, seit die „Krone“ die Initiative „Die stimme Österreichs“ gestartet hat. Besonders laut sind die Stimmen in Sachen Migration – und hier wiederum bei der Forderung nach deutlich mehr Abschiebungen. Dafür hatte sich im „Krone“-Interview auch Bundeskanzler und ÖVP-Wahlkämpfer Karl Nehammer ausgesprochen – „wir müssen noch viel mehr abschieben“ versicherte er da, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass ohnehin bereits viel abgeschoben wird. Das wiederum reizte gestern Hermann Greylinger, den stellvertretenden Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft, zu einer Wortmeldung. Der rote Personalvertreter richtet Nehammer aus, dessen Forderung sei „ein Offenbarungseid zum Versagen der ÖVP, die die letzten sieben Jahre den Kanzler und seit 24 Jahren mit kurzer Ausnahme den Innenminister stellt“. Das Thema, findet Greylinger, werde „parteipolitisch missbraucht“. Auch die relativ hohen Zahlen an Abschiebungen relativiert der rote Polizeivertreter. Denn manche Fremde würden bis zu 40 Mal ausgewiesen. In einer Replik auf den SPÖ-Mann warf daraufhin der ÖVP-Verfassungssprecher der SPÖ „Doppelmoral“ vor. Ja, mit der Moral haben sie´s jetzt vor der Wahl alle…
Kickl und Merkel. Apropos Moral, Wahlmoral. Da hat natürlich auch die FPÖ so manches zu bieten. „Dieses Land braucht in der Orientierung eine Kehrtwende.“ In den vergangenen Jahren seien viele Entscheidungen über den Kopf der Bevölkerung hinweg getroffen worden, sagt FPÖ-Spitzenkandidat Herbert Kickl im krone.tv-Sommergespräch. Und er spielt in Sachen Bewältigung der Flüchtlingskrise auch auf das legendäre Zitat der damaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Kickl: „Die Wahrheit ist: Seit die deutsche Kanzlerin Angela Merkel 2015 gesagt hat: ,Wir schaffen das´, schaffen wir eigentlich gar nichts mehr.“ Um polemisch hinzuzufügen: „Außer wir wollen uns abschaffen. Wenn das gewollt war, dann ist es gelungen. Deswegen braucht es eine Kurskorrektur.“ Ob das nun moralisch ist oder nicht: Damit wird er garantiert viele Österreicher ansprechen.
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