Wahlkampf wird heißer

Trotz Zwist: Warum Kogler Drexler auch dankbar ist

Steiermark
15.08.2024 06:00

Der ÖVP-Landeshauptmann reibt sich immer mehr an den Grünen – doch Vizekanzler Werner Kogler sieht es bei der Wahlkampftour in Graz nüchtern. Und er ist Christopher Drexler in einem Punkt sogar dankbar.

Sind die Grünen, im Bund immerhin seit fast fünf Jahren Koalitionspartner, der Hauptgegner der ÖVP? Landeshauptmann Christopher Drexler reibt sich seit Monaten bevorzugt an Klimaministerin Leonore Gewessler. Auch am Mittwoch war das wieder der Fall, als er die wichtigsten steirischen ÖVP-Kandidaten für die Nationalratswahl am 29. September, allen voran Kurt Egger als Landeslisten-Ersten, vorstellte.

Ausbau der A9 südlich von Graz sowie der S36 und S37 im Murtal und eine Koralmbahn-Haltestelle beim Flughafen: Ohne diese Punkte gebe es keine Zustimmung zu einem Regierungsübereinkommen, hält Drexler einmal mehr fest.

Kogler auf Wahlkampf-Tour in Graz
Zeitgleich war der oberste Grüne auf Wahlkampf-Tour in Graz unterwegs: Vizekanzler Werner Kogler besuchte dabei unter anderem die neu gestaltete Neutorgasse, wo Ende 2025 die Straßenbahn durchfahren wird. „Seit 30 Jahren wissen wir, dass das notwendig ist. Unter einer grünen Vizebürgermeisterin (Judith Schwentner, Anm.) geht es – mit Hilfe vom Bund – voran“, spart er nicht mit Lob.

Die kleine Neutorgasse als neue Fahrradstraße, das gefällt den Grünen: Landeschefin Sandra ...
Die kleine Neutorgasse als neue Fahrradstraße, das gefällt den Grünen: Landeschefin Sandra Krautwaschl, der Grazer Klubobmann Karl Dreisiebner und Vizekanzler Werner Kogler.(Bild: Christian Jauschowetz)

Auch die kleine Neutorgasse, seit Kurzem eine Fahrradstraße, findet Gefallen: „Wenn wir in zwei Jahren sagen, machen wir die Straße wieder wie früher, gibt es einen Aufstand“, ist er sich sicher.

Gegen Ausbau der Pyhrnautobahn
In Sachen Pyhrnautobahn ist er ganz auf Linie von Gewessler, also gegen die Errichtung einer dritten Fahrspur: „Mehr Platz für Autos ist altes Denken. Wo es ein Einfallstor für ausländische Lkw gibt, wird mehr ,gebledert‘.“ Viel wichtiger sei das geplante zweite Bahngleis bis nach Spielfeld. Dann könne man einen Bahn-Takt schaffen, der fast schon an die U-Bahn in Wien erinnere.

In einer Sache ist Kogler seinem Landsmann Drexler („mit ihm kann man herrlich streiten“) aber dankbar: Seit dessen Vorstoß für ein Nationalstadion bei Premsätten erhöht auch die Wiener Stadtpolitik in Sachen Happel-Stadion-Umbau das Tempo. Kogler gibt sich in der Standortfrage offen, Drexler müsse nun allerdings konkrete Konzepte vorlegen, etwa zum Verkehr, vorlegen: „Sonst ist es nur eine Leuchtrakete vor der Wahl.“

Champions League in Klagenfurt: „Welt geht nicht unter“
In der leidigen Grazer Stadionfrage (Zweites Stadion, ja oder nein? Übernimmt Sturm Liebenau?) plädiert er dafür, das Land Steiermark finanziell stärker in die Pflicht zu nehmen. In Linz wurden zwei Arenen ohne Bundesmittel errichtet: „Die haben nicht einmal angefragt.“

Dass Sturm seine Champions-League-Spiele in Klagenfurt austragen wird, sieht der bekennende „Schwoaze“ Kogler sachlich: „Die Welt geht nicht unter. Aber schöner wären die Spiele natürlich in Graz gewesen.“

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