Video zeigt anderes

Ministerium zu Todesschüssen: „Plante Massaker“

Ausland
25.01.2026 07:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE haben in Minneapolis während einer Razzia gegen illegale Migranten erneut einen Menschen erschossen. Führende Oppositionspolitiker forderten Donald Trump zum sofortigen Abzug der „gewalttätigen und nicht ausgebildeten“ ICE-Beamten auf. Doch der US-Präsident holte mit einer öffentlichen Attacke zum Gegenschlag aus. 

Das Heimatschutzministerium erklärte, ein Grenzschutzbeamter habe „Abwehrschüsse“ auf einen Mann abgegeben, der sich den Polizisten mit einer Pistole genähert und sich dann „gewaltsam“ seiner Entwaffnung widersetzt habe. Videos der Szene zeigen jedoch ein anderes Bild.

Handyvideo zeigt tödliche Schüsse
Bei dem Toten handelt es sich um den 37-jährigen US-Staatsbürger Alex Pretti. Er war Krankenpfleger in Minneapolis. Die tödlichen Polizeischüsse sind auf mehreren Handyvideos festgehalten. Darauf ist zu sehen, wie mehrere Beamte einen Mann niederringen und auf ihn einschlagen. Dann gibt mindestens ein Polizist mehrere Schüsse ab.

„Wollte Massaker an Polizisten verüben“
Das Heimatschutzministerium erklärte, ein Grenzschutzbeamter habe das Feuer eröffnet, weil er „um sein Leben und die Sicherheit anderer Polizisten“ gefürchtet habe. „Der Verdächtige hatte auch zwei Magazine und keinen Personalausweis bei sich – das sieht nach einer Situation aus, wo jemand maximalen Schaden anrichten und ein Massaker an Polizisten verüben wollte“, hieß es aus dem Ministerium. 

Fotos von den Protesten gegen die Einwanderungsrazzia in Minneapolis:

(Bild: EPA/CRAIG LASSIG)
(Bild: AFP/STEPHEN MATUREN)
(Bild: AFP/KEREM YUCEL)
(Bild: EPA/CRAIG LASSIG)
(Bild: EPA/CRAIG LASSIG)
(Bild: AFP/BRANDON BELL)
(Bild: AFP/BRANDON BELL)
(Bild: AFP/BRANDON BELL)
(Bild: EPA/CRAIG LASSIG)
(Bild: EPA/CRAIG LASSIG)
(Bild: AFP/ROBERTO SCHMIDT)
(Bild: AFP/ROBERTO SCHMIDT)
(Bild: AFP/STEPHEN MATUREN)
(Bild: AFP/STEPHEN MATUREN)
(Bild: AFP/KEREM YUCEL)
(Bild: EPA/CRAIG LASSIG)

Getöteter wollte Frau schützen
Ein nicht verifiziertes Video scheint hingegen zu zeigen, wie Pretti eine Frau vor einem Tränengaseinsatz der Polizei zu schützen versucht – und dann von einem Polizisten weggezerrt wird. Der Beamte zieht Pretti zu Boden und mehrere Polizisten halten ihn dort fest.

„Es ist widerwärtig. Der Präsident muss diesen Einsatz beenden. Ziehen Sie die Tausenden gewalttätigen und nicht ausgebildeten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt“, schrieb der frühere demokratische US-Vizepräsidentschaftskandidat Walz. Er habe bereits mit dem Weißen Haus Kontakt aufgenommen, so der Gouverneur von Minnesota.

Auch der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, forderte Trump zur sofortigen Entfernung der Bundesbeamten auf. „Wie viele Amerikaner müssen noch sterben oder schwer verletzt werden, damit dieser Einsatz beendet wird?“, sagte Frey.

Zitat Icon

Wie viele Amerikaner müssen noch sterben oder schwer verletzt werden, damit dieser Einsatz beendet wird?

Jacob Frey, Bürgermeister von Minneapolis

„Lasst unsere ICE-Patrioten ihren Job tun“
Trump reagierte mit einer öffentlichen Attacke auf die beiden Oppositionspolitiker. „Der Bürgermeister und der Gouverneur stacheln mit ihrer selbstgefälligen, gefährlichen und arroganten Rhetorik einen Aufstand an!“, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Trump schrieb mit Blick auf die US-Einwanderungsbehörde ICE auch: „LASST UNSERE ICE PATRIOTEN IHREN JOB TUN!“

Eltern bezichtigen US-Regierung der Lüge
Die Eltern des erschossenen Mannes werfen den Einsatzkräften vor, ihren Sohn ohne legitimen Grund erschossen zu haben. Die Regierung, die die Schüsse eines Beamten als Notwehr bezeichnet hatte, lüge, heißt es in einer Stellungnahme der Familie Prettis. „Alex hält eindeutig keine Waffe in der Hand, als er von Trumps mordenden und feigen ICE-Gangstern angegriffen wird.“

Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar bezeichnete die tödlichen Polizeischüsse als „Hinrichtung“. Sie warf Trump vor, Minneapolis in ein „Kriegsgebiet“ zu verwandeln.

Tausende Menschen protestierten trotz Eiseskälte
Nach den tödlichen Schüssen auf eine Frau hatte auch die Festnahme eines fünfjährigen Buben durch ICE-Beamte für Empörung gesorgt. Trotz Eiseskälte protestierten am Freitag (Ortszeit) Tausende Menschen gegen diese Politik.

Zu den Protesten gehörten Kundgebungen, Gebete und Märsche in den Zwillingsstädten Minneapolis und St. Paul bei Temperaturen von bis zu minus 23 Grad Celsius sowie eine Demonstration am Flughafen Minneapolis-St. Paul. Dort nahm die Polizei nach Angaben der Flughafenbehörde mehrere Menschen fest, nachdem Protestierende die genehmigten Bereiche verlassen hatten.

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