Böse Brut. Es ist ein wahrlich erschreckendes Bild, das „Krone“-Reporterin Martina Prewein heute vom verhinderten Taylor-Swift-Attentäter von Wien zeichnet. Der 19-jährige Ternitzer mit mazedonischen Wurzeln gab nach seiner Verhaftung in der Vorwoche zu Protokoll, dass er einen großen Anschlag geplant hatte, bei dem so viele Menschen wie möglich sterben sollten. Klarer wird nun auch, wie er sich zum Radikal-Islamisten entwickelte. Er verehrt bereits seit Jahren radikale Prediger, hat auch einen arabischen Namen angenommen: Abu Dujanah – Vater des Regens. Auf Social-Media-Kanälen trat er unter diesem „Nickname“ auf, gespickt mit der Zahl 911. Weil diese für das Datum 11. September 2001 steht, gestand der Bursch. Die Terroranschläge an diesem Tag in Amerika faszinieren ihn, da sie, wie er findet, maßgeblich dazu beigetragen hätten, „dass der Islam auf dieser Welt endlich die ihm zustehende Beachtung bekam“. Höchstgradig erschreckend, welch böse Brut hier bei uns gedeihen kann.
Fokussierte Unintelligenz. Und was wird in Österreich gegen das Aufkommen solcher Brut getan? Wie wird die Vereitelung des Attentats, die nur durch Hinweise ausländischer Geheimdienste möglich wurde, aufgearbeitet? Mit Polit-Hickhack, das sich auf innenpolitischer Seite umgehend nach der Aufdeckung des geplanten Anschlages auf eines der Swift-Konzerte entwickelte. Dieses Hin-und-her-Gezerre – es kommt längst völlig automatisiert. Das kann man gar nicht allein auf die knapp bevorstehenden Nationalratswahlen schieben. Wir wissen ja, was der damalige Wiener Bürgermeister Häupl sagte: „Wahlkampfzeit ist Zeit fokussierter Unintelligenz.“ Hierzulande gewinnt man allerdings zusehends den Eindruck, dass wir entweder permanent Wahlkampfzeit haben – oder gilt gar die schlimme Gegenprobe? Befindet sich die Politik permanent in einer Zeit fokussierter Unintelligenz? Immer mehr verdichtet sich das Gefühl, dass das Wohl des Landes, das Wohl der Menschen in Österreich längst nicht an vorderster Stelle stehen. Sondern allzu oft nur der schnelle Punkt in der Schlacht um die Gunst der Wähler. Korrekt muss es heißen: der VERMEINTLICH schnelle Punkt. Denn tatsächlich punktet die Politik mit den Anschuldigungen und Anschüttungen, mit ihrem üblen Hin- und Herkläffen bei den meisten Menschen so ganz und gar nicht. Im Gegenteil: Es widert sie an. Verständlich.
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