Gefangenenaustausch:
Polen wirft freigelassenem Russen Spionage vor
Knapp zwei Wochen ist der größte Gefangenenaustausch des Westens mit Russland her. Nun hat die polnische Justiz Spionagevorwürfe gegen einen der freigelassenen Russen erhoben.
Der spanisch-russische Staatsbürger Pablo Gonzalez habe zwischen 2016 und 2022 in Polen für den russischen Militärgeheimdienst GRU spioniert, teilte die polnische Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Details zum weiteren Vorgehen nannten die Behörden nicht.
Der polnische Geheimdienst hatte Gonzalez im Februar 2022 festgenommen, bis zu seiner Freilassung im Rahmen des Gefangenenaustauschs am 1. August saß er in Untersuchungshaft. Er soll in der Hauptstadt Warschau und in der Stadt Przemysl an der Grenze zur Ukraine für die „Beschaffung und Bereitstellung von Informationen, die Verbreitung von Falschinformationen und die operative Aufklärung“ eingesetzt worden sein.
Pablo Gonzales:
Gab sich als freischaffender Journalist aus
Neben der spanischen Staatsangehörigkeit besitzt der mutmaßliche Spion einen russischen Pass unter dem Namen Pawel Alexejewitsch Rubzow. Er wurde in Moskau geboren, mit neun Jahren zog er mit seiner Mutter nach Spanien. Vor seiner Festnahme gab er sich als freischaffender Journalist aus, der über den Krieg in der Ukraine berichtete.
Gonzalez war einer von acht russischen Häftlingen und zwei Minderjährigen, die im Rahmen des historischen Gefangenenaustauschs nach Moskau ausgeflogen wurden. Im Gegenzug hatte Russland 15 Inhaftierte freigelassen, unter ihnen auch mehrere bekannte russische Oppositionelle und der US-Reporter Evan Gershkovich. Auch die Freilassung eines in Belarus zunächst zum Tode verurteilten und später begnadigten Deutschen konnte erreicht werden.








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