Urlauber zahlen drauf
Italien spielt „Sonnenschirm-Mafia“ in die Hände
Anstatt für faire Preise zu sorgen, schiebt die Regierung klare Entscheidung auf. Wer draufzahlt, sind die Urlauber.
Italiens Regierung dreht weiter an der Uhr, während Strandbetreiber auf dem Zahnfleisch gehen. Am Freitag sperrten viele von ihnen aus Protest gegen das drohende Auslaufen ihrer Konzessionen erst um 9.30 Uhr auf. Nach der eher lauwarmen Aktion hat Rom jetzt einen neuen Plan auf den Tisch gelegt: Die Konzessionen könnten in einigen Regionen verlängert werden.
Die aktuelle Version sieht eine allgemeine Verlängerung bis zum 31. Dezember 2025 vor. Für Regionen mit weniger als 25 Prozent freien Stränden könnte diese Frist bis 31. Dezember 2027 verlängert werden, während Regionen mit mehr als 25 Prozent freien Stränden sogar bis Ende 2029 Zeit hätten. Ein klarer Schachzug, um Zeit zu gewinnen – aber auch ein Spiel mit dem Feuer.
Das spielt der sogenannten „Sonnenschirm-Mafia“ in die Hände – einem Netzwerk aus wenigen Familien, die seit Jahrzehnten die Kontrolle über Strandabschnitte behalten haben und enorme Gewinne erzielen.
Verlängerung verzögert: Kritik an Mafia-Methoden
Zwar sollen auch die Pachtgebühren um zehn Prozent angehoben werden, dennoch haben jetzige Betreiber ein großes Interesse daran, das derzeitige System aufrechtzuerhalten. Kritiker werfen ihnen vor, durch kriminelle Machenschaften, wie etwa Geldwäsche, ihre Dominanz an den Stränden zu sichern. Eines ist jedenfalls schon jetzt klar: Die Verlängerung der Frist ist kein Befreiungsschlag, sondern ein Aufschub eines unvermeidlichen Konflikts.









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