Die kurzfristige Absage der Konzerte von US-Sängerin Taylor Swift hat bisher keine große Stornowelle in den Wiener Hotels ausgelöst. „Teilweise sind die Leute ja schon da“, sagte der Sprecher der Österreichischen Hoteliervereinigung, Oliver Schenk.
Per se sei die Absage der Konzerte aufgrund der Terrorpläne auch kein Stornogrund, „weil es keine Reisewarnung oder Ähnliches für Wien oder Österreich gibt.“ „Eine Ausnahme wäre, wenn Hotels Packages angeboten hätten. Wenn nur die Nächtigung im Hotel gebucht wurde, ist das jetzt per se kein Stornierungsgrund.“ Ein Teil der Gäste versuche derzeit, Rabatt zu bekommen.
„Alle um Lösungen bemüht“
Alle seien um Lösungen bemüht, sagte Schenk am Donnerstag. Man könne eventuell anbieten, dass der Gast abreist und später wieder kommt. „Der Hotelier bleibt halt sitzen darauf, weil jetzt verkaufen für morgen wird er das Zimmer nicht mehr.“
Bei großen Veranstaltungen wie den geplanten Konzerten von Popsängerin Taylor Swift werden generell mehr Zimmer gebucht als sonst. Auch die Preise steigen. „Zwei Tage nachdem der Termin gestanden ist, waren einige der 3- bis 5-Stern-Betriebe ausgebucht.“ Laut dem Vergleichsportal Check24 gab es Anfang Mai ein Plus von 246 Prozent bei den Buchungen, Mitte Juli waren es noch plus 110 Prozent. Üblicherweise werden Hotels bei Großereignissen früher gebucht als bei anderen Urlauben.
Zwei Tage nachdem der Termin gestanden ist, waren einige der 3- bis 5-Stern-Betriebe ausgebucht.
Oliver Schenk, Sprecher der Österreichischen Hoteliervereinigung
Oft für mehrere Nächte gebucht
Viele anreisende Fans buchen auch für die Tage vor und nach den Veranstaltungen ein Hotel. „Das ist für die Swift-Fans natürlich wahnsinnig schade, aber die wirtschaftlichen Folgen für Österreich und Wien werden sich in Grenzen halten“, sagte Wifo-Ökonom Oliver Fritz in einer Aussendung zu den Absagen. Diejenigen, die nicht ohnehin schon in Wien seien, hätten kaum eine Möglichkeit, ihre Unterkunft kurzfristig zu stornieren und bereits Geld für Bahn- oder Flugtickets ausgegeben.
Größere ökonomische Effekte und Schäden würde ich ausschließen.
Wifo-Ökonom Oliver Fritz
Langfristige Effekte erwartet er ebenfalls nicht. In Paris und New York hätte sich der Tourismus nach Terroranschlägen schnell erholt. „Die Leute vergessen wahnsinnig schnell.“ Ungefähr 170.000 Menschen wurden für die drei Konzerte in Wien erwartet.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.