Streit in München
89-Jährige soll Bekannte tödlich verletzt haben
In München soll eine 89-jährige Pensionistin ihre Bekannte tödlich verletzt haben. Zuvor habe es einen Streit gegeben, sagte die Frau der Polizei am Donnerstag.
Die Beamtinnen und Beamten fuhren daraufhin in die Wohnung der 89-Jährigen, wo sie die Bekannte nur noch tot auffanden. Das Opfer wies „Spuren von massiver stumpfer Gewalteinwirkung“ auf, heißt es. Nach ersten Erkenntnissen soll die Frau bereits in den Tagen vor dem Fund getötet worden sein. Angaben zur Identität wurden zunächst nicht gemacht.
Die Pensionistin wurde am Donnerstag festgenommen. Ein Ermittlungsrichter soll noch am Freitag entscheiden, ob sie in Untersuchungshaft kommt oder nicht.
Alter ungewöhnlich
Dass eine 89-Jährige wegen eines Tötungsdelikts angeklagt wird, steht sowohl in Österreich als auch in Deutschland nicht an der Tagesordnung. Die meisten Tatverdächtigen sind unter 20 Jahre alt. 2019 waren in Deutschland laut der Hochschule München 155.000 Tatverdächtige mindestens 60 Jahre alt. Den meisten von ihnen wird vorgeworfen, Diebstähle begangen zu haben, gefolgt von Beleidigungen, leichten Körperverletzungen und Betrug.
Motive älterer Straftäter
Im Herbst 2020 waren in Bayern 620 Menschen über 60 Jahre in Justizvollzugsanstalten. Das hat ein Forschungsteam um Stefan Pohlmann von der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München untersucht. Sie haben unter anderem Dokumente analysiert und ältere Strafgefangene befragt. Als Tatmotive gaben diese beispielsweise Langeweile, Sehnsucht nach Spannung, Ablenkung und Nervenkitzel, aber auch Not, Rache und Selbstjustiz oder psychische Krankheiten an. Was Straftäterinnen und Straftäter im Alter antreibe, sei „höchst individuell“, heißt es in der Studie.








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