Sorge vor Vogelgrippe
Salmonellenausbruch wegen skurrilem Rohmilchtrend
Obwohl die Vogelgrippe auch in Kühen und deren Milch nachgewiesen worden ist, ist der Konsum von Rohmilch in den USA deutlich angestiegen. Das hat nun bereits erste negative gesundheitliche Konsequenzen: Dutzende Menschen sind nun an Salmonellen erkrankt.
Es sind Fehlinformationen und Missverständnisse, die derzeit in den Vereinigten Staaten für einen besorgniserregenden Trend sorgen. Während das Überspringen des Vogelgrippevirus H5N1 auf Säugetiere Sorge vor einer möglichen neuen Pandemie wachsen lassen, wird vor allem in sozialen Medien dazu aufgerufen jetzt verstärkt Rohmilch zu trinken.
Menschen wissen über Risiken kaum Bescheid
Die Behauptungen sind dabei ein Trugschluss: Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Rohmilch Antikörper gegen das Virus enthält oder die wissenschaftlich längst belegte Wirkung der Pasteurisierung das Virus sogar noch gefährlicher mache.
Dabei sind sich die Menschen der eigentlichen Risiken beim Konsum von Rohmilch offenbar nicht bewusst. So ist diese immer wieder mit pathogenen Keimen (also Bakterien oder Viren) kontaminiert, die teils schwere Krankheiten verursachen können – darunter Salmonellen, E. coli und Listerien.
Größter Salmonellenausbruch seit Jahrzehnten
Das mussten Dutzende Menschen in Kalifornien nun am eigenen Leib erleben. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, kam es dort zu einem der größten gemeldeten Salmonellenausbruch in Zusammenhang mit Rohmilch in den letzten zehn Jahren. Schon bisher waren auffällig viele derartige Meldungen verzeichnet worden, die jetzt veröffentlichten Zahlen der Gesundheitsbehörden zeigen aber, dass der Ausbruch weitaus stärker war als bisher angenommen.
Alleine im Februar waren mindestens 165 Menschen an Salmonellen erkrankt, die unmittelbar zuvor Rohmilch von einem Hof in Kalifornien getrunken hatten.
Warum pasteurisierte Milch trinken?
Pasteurisierte Milch ist wichtig, weil das Pasteurisieren die Milch erhitzt und dadurch gefährliche Keime und Viren, einschließlich der Vogelgrippeviren, abtötet. Das schützt uns davor, krank zu werden, wenn wir die Milch trinken. Unpasteurisierte Milch kann diese schädlichen Keime enthalten und uns daher leichter infizieren.
Behörden warnen eindringlich
Die US-Gesundheitsbehörden erneuerten angesichts dessen ihre dringliche Warnung, derzeit Milch zu konsumieren, die zuvor nicht pasteurisiert worden ist. Insbesondere, da sich nach wie vor nicht abschätzen lässt, wie sich das in der Milch nachgewiesene Virus tatsächlich auswirkt und es dadurch möglicherweise auch auf den Menschen überspringen könnte.
Das gilt allerdings wirklich nur für unbehandelte Milch, die Gefahr sich durch pasteurisierte Supermarktmilch anzustecken ist gleich null.
Schon vier Menschen in den USA an Virus erkrankt
Bis dato wurde H5N1 in mehr als 140 Milchviehherden in den USA nachgewiesen – innerhalb weniger Monate wurde das Virus auch bereits bei vier Menschen nachgewiesen, die direkten Kontakt mit Milchkühen hatten. Große Anstrengungen, das Virus noch rechtzeitig einzudämmen, gibt es dennoch nicht.
Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, bezeichnete angesichts der Ausbreitung von H5N1 in den USA das Vogelgrippevirus als möglichen Auslöser für eine kommende Pandemie.








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