Do, 13. Dezember 2018

Gegenoffensive

22.12.2012 10:41

NRA: "Schützt unsere Schulen mit Waffen!"

Eine Woche nach dem Schulmassaker in der US-Stadt Newtown hat die National Rifle Association (NRA) am Freitag in Washington eine mit Spannung erwartete Pressekonferenz abgehalten. Es war erhofft worden, dass die Waffenlobby unter dem großen Druck der letzten Tage zu Zugeständnissen bei der Verschärfung von Waffengesetzen bereit sein könnte. Vizepräsident Wayne LaPierre (im Bild links) ging allerdings in die Gegenoffensive und forderte: "Jede einzelne unserer Schulen muss ab sofort von bewaffneten Polizisten beschützt werden."

Die NRA war damit jedenfalls weit davon entfernt, auch nur einen Millimeter von ihrer bisherigen Linie zurückzuweichen. Die Rede von LaPierre war ein Rundumschlag gegen Politiker, Medien, Videospiele und gewaltverherrlichende Filme. All diese Dinge seien schuld, dass Bluttaten wie in Newtown geschehen könnten.

"Waffenbesitzer werden dämonisiert"
Die Politiker und ihre Weigerung, Waffen an Schulen zu erlauben, hätten dafür gesorgt, dass diese als leichte Ziele für "Verrückte", die sich "wie Krebs in der Gesellschaft verbreiten", gelten würden. "Jeder wahnsinnige Mörder weiß dadurch, dass er mit dem kleinsten Risiko den größten Schaden anrichten kann", so LaPierre. Daher werde es auch in Zukunft immer wieder zu ähnlichen Bluttaten kommen.

Aber auch die Medien, die "Waffenbesitzer dämonisieren" und "Lügen verbreiten", würden ihren Teil zu diesen "unglaublichen Verbrechen" beitragen. Sie würden den Amokläufern erst die notwendige öffentliche Plattform bieten, nach der sie gierten. Um diese Menschen unter Kontrolle zu halten, wäre es nötig, eine "zentralisierte Datenbank mit allen geistesgestörten Menschen in den USA aufzubauen". Gleichzeitig würden Videospiele und gewaltverherrlichende Filme Menschen zu unglaublichen Gräueltaten anstiften.

"Ein 'Bad guy' mit Waffe kann nur von einem 'Good guy' mit Waffe gestoppt werden", analysierte LaPierre bei seiner Rede, die mehrmals von einzelnen Demonstranten unterbrochen wurde, und präsentierte danach seine Schlussfolgerungen aus dem Schulmassaker. Demnach müsste "jede einzelne Schule in den USA" ab sofort von bewaffneten Polizisten beschützt werden. Nur so könnte man die "unbekannte Anzahl echter Monster" davon abhalten, ihre Bluttaten zu begehen, und "unschuldige Menschenleben" schützen.

26 Menschen bei Massaker an US-Volksschule getötet
Am Freitag vor einer Woche schoss der 20-jährige Adam Lanza mit einem Sturmgewehr in der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut um sich, tötete 20 Kinder sowie sechs Erwachsene und nahm sich dann das Leben. Seine Mutter, eine Waffennärrin, die ihren Sohn nach Medienberichten mit auf den Schießstand nahm, wurde ebenfalls erschossen.

Harsche Kritik an NRA-Forderung
Mit ihrer Forderung hat die NRA harsche Kritik geerntet. "Sie haben eine paranoide, verstörende Vision eines noch gefährlicheren und noch gewalttätigeren Amerikas gezeigt, in dem jeder bewaffnet und kein Ort mehr sicher ist", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg am Freitag. Der parteilose Politiker plädiert seit Jahren für schärfere Waffengesetze.

Die stellvertretende Direktorin des Anti-Waffen-Gruppe Code Pink, Medea Benjamin, warf der NRA Realitätsverweigerung vor: "Sie haben die Schuld für die Gewalt auf alle möglichen Dinge geschoben - nur nicht auf die Waffen selbst."

Neuerliche tödliche Schießerei in den USA
Indessen ist es am Freitag in der Gemeinde Frankstown im Bundesstaat Pennsylvania zu einer neuerlichen tödlichen Schießerei gekommen. Ein Schütze habe zwei Männer und eine Frau getötet, berichtete die Zeitung "Altoona Mirror" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Bei einem Feuergefecht mit dem Mann seien zudem drei Polizisten verletzt worden. Der mutmaßliche Täter sei ums Leben gekommen.

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