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21.12.2012 14:36

Marlies Schild nach Bänderriss im Knie erfolgreich operiert

Marlies Schild ist am Freitag in Innsbruck erfolgreich operiert worden. Wie der ÖSV am Nachmittag mitteilte, sei der Eingriff am Knie Schilds im Sanatorium Kettenbrücke gut verlaufen. Die Slalom-Weltmeisterin aus Salzburg hatte sich bei ihrem Trainingssturz am Donnerstag in Aare einen Innenbandriss im rechten Knie zugezogen und fällt für zumindest drei Monate aus. Die Heim-WM in Schladming muss sie damit abhaken.

"Die Operation war komplikationsfrei und dauerte 35 Minuten. Marlies wird die nächsten Wochen eine Schiene benötigen und ab morgen mit der Physiotherapie beginnen", erklärte Gernot Sperner, einer der beiden Leiter des Chirurgenteams. Bereits am Samstag um 10 Uhr wird es in der Klinik eine Pressekonferenz mit Schild, den Ärzten sowie Damen-Cheftrainer Herbert Mandl geben.

Schild war schon angeschlagen nach Schweden gereist, nachdem sich zu Rückenschmerzen auch noch eine Grippeerkrankung gesellt hatte. Den Riesentorlauf hatte Österreichs aktuelle Sportlerin des Jahres deshalb ausgelassen. Beim Einfahren für den Slalom am Donnerstag kam die bereits wieder fieberfreie Österreicherin aber schwer zu Sturz und zog sich dabei die schwere Knieverletzung zu.

ÖSV-Alpinchef Pum unter "Schock"
Noch während ihre Teamkolleginnen am Freitag auf der Heimreise aus Schweden waren, wurde Schild in Innsbruck operiert. "Wenn die stärkste und beständigste Slalomläuferin der vergangenen Jahre kurz vor der Heim-WM mit einer schweren Verletzung ausfällt, ist das natürlich ein Schock für uns", erklärte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum.

Trotz des Schocks kurz vor Weihnachten stand auch für Pum vorrangig die Genesung im Mittelpunkt. "Jetzt geht es einzig und allein darum, dass Marlies wieder fit und gesund wird", sagte der Oberösterreicher. Die Sportlerin sei nach der Diagnose logischerweise sehr enttäuscht gewesen, "weil damit die Heim-WM eine gelaufene Sache für sie ist", berichtete Sperner. "Letztlich hat sie dem aber gefasst ins Auge geschaut."

Nicht die erste schwere Verletzung Schilds
Für Schild bedeutet die Verletzung nicht nur eine traurige Weihnacht, sondern auch einen weiteren massiven Rückschlag. Die Karriere der in Admont in der Steiermark geborenen und mit ihrem Lebensgefährten Benjamin Raich in Tirol lebenden Saalfeldenerin stand schon mehrfach auf der Kippe. Mit nur 19 Jahren hatte Schild bereits mehrere Kreuzbandrisse und Knieoperationen hinter sich, weshalb sie sich zunehmend den Disziplinen Riesentorlauf und Slalom zuwandte.

Dennoch agierte sie phasenweise weiter in allen Disziplinen und schaffte auch in Abfahrt (Aspen und Lenzerheide 2007) und Super-G (Lenzerheide 2005) zweite Plätze.

Das endgültige Aus für die Speed-Disziplinen kam im Oktober 2008, nachdem sich Schild bei einem Trainingssturz in Sölden u.a. einen schweren Trümmerbruch im Schien- und Wadenbein zugezogen hatte. Nach einer vollen Saison Pause kehrte Schild aber in den Weltcup zurück und etablierte sich dort in Folge als beste Slalom-Läuferin der Gegenwart.

Sensationelle Slalom-Serie 2010 und 2011
Schon im Dezember 2009 gelang ihr in Lienz der (Slalom-) Comebacksieg. Danach kam Schild rund zwei Jahre lang - inklusive Olympia 2010 (2.) und WM 2011 (1.) - bei jedem Slalom, den sie beendete, auch auf das Podest. Insgesamt gewann Schild nach ihrer schweren Verletzung weitere 15 Slaloms.

Vergangene Saison gewann sie die ersten fünf Saisonrennen zum Teil überlegen. Am Ende holte sie sich zum vierten Mal die Slalom-Kugel, wofür sie dann erstmals auch zu Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt wurde.

Schneiders Bestmarke (noch) unerreicht
Die Serie riss ausgerechnet nach ihrem 33. Slalom-Triumph vergangenen Februar in Soldeu (Andorra). Seitdem jagt die mit insgesamt 35 Weltcupsiegen zweiterfolgreichste aktive Skirennfahrerin (nach Lindsey Vonn mit 57) vergeblich dem 34. Slalom-Erfolg nach, mit dem sie die Bestmarke von Rekordhalterin Vreni Schneider (SUI) egalisieren würde.

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