Grenzenlos

Forschungsstrategie sieht mehr Kooperationen vor

Vorarlberg
10.07.2024 07:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Dreh- und Angelpunkt von mehr nationalen und internationalen Kooperationen wird die Fachhochschule Vorarlberg sein. Dies gilt schon jetzt als eine sehr forschungsintensive FH. Zudem soll geschaut werden, dass mehr Fördermittel vom Bund oder auch aus Brüssel lukrieirt werden.   

Gemeinsam mit Landeshauptmann Markus Wallner, Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink und Wirtschaftlandesrat Marco Tittler präsentierte Thomas Wiesinger vom Beratungsunternehmen „Pöchhacker Innovation Consulting“ am Dienstag die Wissenschafts- und Forschungsstrategie 2030+. Im Mittelpunkt stehen drei Ziele: Zum einen sollen eine Forschungsoffensive gestartet und die Kompetenzen vor Ort gestärkt werden – etwa durch die MINT-Offensive bei den Kindern und Jugendlichen. Und zum anderen geht es darum, Forschungs- und Entwicklungskooperationen auf nationaler und internationaler Ebene auszubauen.

Letzteres läuft in Hinblick auf die Zusammenarbeit der Fachhochschule Vorarlberg mit den Universitäten Innsbruck und St. Gallen – mit beiden gibt es verschiedene Projekte – schon ganz gut. Dennoch scheint es Luft nach oben zu geben. „Die Fachhochschule gilt schon jetzt als sehr forschungsintensiv. Wir sehen aber noch Potenzial beim Aufbau weiterer Forschungskooperationen über Vorarlberg hinaus“, attestiert Wallner.

Was den Ausbau der Kompetenzen vor Ort angeht, lobte Barbara Schöbi-Fink vor allem die laufenden MINT-Projekte. 21.000 Kinder und Jugendliche seien bereits mit dem Ziel, das Interesse für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu wecken, erreicht worden. Kritik gibt es von der Landesstatthalterin an der Finanzierung. Für den Großteil der Vorarlberger Forschungsprojekte kommen nämlich die Unternehmen auf (351 Millionen Euro pro Jahr). Das Land schießt jährlich 16,5, der Bund lediglich drei Millionen Euro zu. „Uns fehlen die Bundesmittel ganz massiv. Das liegt auch daran, dass Vorarlberg keine Universität hat“, erklärt Schöbi-Fink.

Nachteilig für den Forschungsstandort sei zudem, dass die Fachhochschule Vorarlberg – im Gegensatz zu jenen in Bayern und Baden-Württemberg – kein Promotionsrecht habe. Das führe natürlich dazu, dass sich Wissenschaftler und Forscher lieber anderen Standorten zuwenden.

Marco Tittler sieht die Vorarlberger Unternehmen in Hinblick auf Forschung und Entwicklung im internationalen Vergleich noch gut aufgestellt, warnt aber davor, den Anschluss zu verpassen: „Um mitzuhalten, müssen wir technologisch in die Tiefe gehen und die Strukturen weiter ausbauen.“ Gleichzeitig müsse auch die Breite bei der Entwicklung von Technologien im Auge behalten werden: „Klein- und Mittelbetriebe sollen anknüpfen können.“

„Eher Zwischenbericht als eine fertige Strategie“
Obwohl Landeshauptmann Markus Wallner betonte, dass es sich bei der Forschungsstrategie um einen Prozess handle, der ständig weiterentwickelt werden soll, sind die NEOS nicht zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Inhalte erinnern eher an einen Zwischenbericht auf dem Weg zu einer Strategie“, kritisiert Garry Thür, Sprecher für Wissenschaft und Forschung. Ihm fehlen beispielsweise eine Priorisierung der Handlungsfelder und Maßnahmen, ein Zeitplan und klar definierte Zielgruppen.

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