Ein 40-jähriger Tiroler wollte die Zwangsräumung verhindern und stellte eine blutige Eskalation in Aussicht – nun saß der Kraftfahrer am Innsbrucker Landesgericht auf der Anklagebank. Der Gerichtsvollzieher berichtete beim Prozess von häufigen Drohungen während seiner Arbeit.
Als Gerichtsvollzieher muss man eine dicke Haut haben: „Bei jeder zweiten Zwangsräumung werde ich bedroht“, erklärte der Beamte als Zeuge vor dem Landesgericht Innsbruck. Und äußerte sogar ein gewisses Verständnis: „Die Leute stehen in solchen Situationen im Leben halt extrem unter Druck.“
Um Eskalationen zu verhindern, telefoniert er vor den unliebsamen Terminen meist mit den Schuldnern, erklärt ihnen die Lage.
Die Leute stehen in solchen Situationen im Leben halt extrem unter Druck.
Der Gerichtsvollzieher als Zeuge
Hungriger Hund und Sprengstoff als Drohung
Das Resultat in diesem Fall: Der angeklagte sechsfache Vater, stellte ein blutiges Szenario in Aussicht. Er werde seinen Kampfhund drei Tage vor dem Räumungstermin nicht füttern und ihn dann frei laufen lassen, wenn der Gerichtsvollzieher in seine Räumlichkeiten kommt.
Zudem soll die gefährliche Drohung gefallen sein, dass die Wohnung eher in die Luft gesprengt werde, bevor fremde Personen etwas hinaustragen können. Folglich begleiteten Polizisten den Gerichtsbeamten zur Räumung, die aber erneut nicht zustande kam und nun in einer Woche geplant ist.
Mit Rechtsstaat schon öfter auf Kriegsfuß
Der 40-jährige Kraftfahrer zog es vor, nicht zum Prozess zu erscheinen. „Beim Angeklagten zeigte sich schon öfter, dass er den Rechtsstaat nicht akzeptieren will“, verwies der Richter auf vier Vorstrafen des Tirolers.
In Abwesenheit wurde der bereits in Privatkonkurs befindliche Mann (120.000 Euro Schulden) zu neun Monaten bedingter Haft und 1440 Euro Geldstrafe verurteilt – nicht rechtskräftig.
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