Wahre Verlierer. Wer sind die Verlierer der EU-Wahl vom Sonntag? Natürlich jene Parteien, die Stimmen und Prozentpunkte verloren haben oder ihre eigenen Erwartungen nicht erfüllt haben. Aber vor allem sind es die Meinungsforscher. Oder korrekter: die meisten Meinungsforscher. Denn größtenteils lagen sie mit ihren Prognosen für das Wahlergebnis wieder einmal gehörig daneben. Und sie lagen zumindest teilweise, wie jetzt „Krone“-Recherchen belegen, selbst noch am Sonntag mit ihren Daten für die sogenannte „Trendprognose“, die um 17 Uhr veröffentlicht wurde, gehörig daneben. In der Besprechung am Sonntag Nachmittag seien sich die Vertreter jener vier Institute, die sich an der Erstellung dieser „Trendprognose“ beteiligten, nicht einig gewesen. Vor allem das Ergebnis von Peter Hajek (Unique Research) soll sich deutlich von den anderen unterschieden haben – er habe die FPÖ bei 30, die ÖVP nur auf dem dritten Platz gehabt und soll, so heißt es, erwogen haben, seine Daten für die 17-Uhr-Prognose nicht zur Verfügung zu stellen. Er tat es dann aber doch – und so muss man annehmen, dass es seine Werte waren, die diese Prognose in die falsche Richtung polten.
„Leicht überschätzt“. Die dann schließlich veröffentlichte „Trendprognose“ wurde zur Basis für die Berichterstattung in allen Medien. Stundenlang wurde aufgrund dieser unzutreffenden Daten in den TV-Sendern diskutiert, in den Internetforen gepostet, in den Medien kommentiert. Die in Aussicht gestellte zweite Prognose entfiel. Es sickerten zwar Zwischeninformationen, dass die FPÖ deutlich überbewertet gewesen sei und der Abstand zur ÖVP noch zusammenschrumpfe – krone.at hat das auch berichtet. Aber erst um 23 Uhr mit der Veröffentlichung der „echten“ Zahlen war endgültig klar, dass die FPÖ-Prognose mit 27 Prozent erheblich daneben gelegen war. Tatsächlich kamen die Blauen auf 25,5 Prozent, vor allem betrug der Vorsprung zur ÖVP nicht 3,5, sondern nur 0,9 Prozent. Und wie reagiert der Meinungsforscher? Offensiv! In einer Radiodiskussion schob er die Verantwortung den Medien zu. Der „Krone“ gegenüber gibt Peter Hajek immerhin zu: „Wir haben die Freiheitlichen leicht überschätzt“. Muss man sich noch wundern, wenn die Meinungsforscher längst nicht mehr ernst genommen werden?
Kommen Sie gut durch den Mittwoch!
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