19.11.2012 08:44 |

Begeisterter Empfang

Historische Obama-Visite in Burma: Bussi für Suu Kyi

Barack Obama ist am Montag beim ersten Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in Burma mit seinem Amtskollegen Thein Sein sowie der Oppositionsführerin, Freiheitsikone und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zusammengetroffen. Von der Bevölkerung wurde Obama begeistert empfangen.

Zwar hatten die Behörden in Flughafennähe nur ein paar Hundert ausgewählte Schulkinder in weißen Hemden und grünen Wickelröcken sowie andere organisierte Fähnchenschwinger zugelassen, doch Richtung Stadt wurde die Menschenmasse immer größer, berichteten Reporter, die in der Autokolonne mitfuhren.

"Mr. Obama, wir lieben Sie!"
Überall waren US-Fähnchen zu sehen, und die Menschen brachen spontan in "Amerika"-Rufe aus. Viele versuchten, mit ihren Handys Fotos von der vorbeirasenden Limousine mit dem Präsidenten zu machen. Einige Schaulustige hielten große Plakate hoch: "Sie sind unser Held!" und "Mr. Obama, wir lieben Sie!" stand darauf, wobei anstelle des Wortes "lieben" ein großes Herz zu sehen war.

Je näher die Kolonne an das Parlamentsgebäude in der Hafenstadt Rangun kam, desto größer wurde die Menschenmasse. Sie drängte lachend und winkend auf die Straße und ließ nur einen wenige Meter breiten Korridor für die Wagenkolonne frei. Obama reiste als erster amtierender US-Präsident in das Jahrzehnte von einer Militärdiktatur beherrschte und geächtete Land.

"Der Anfang eines langen Weges"
Bereits kurz nach seiner Ankunft traf Obama Präsident Thein Sein, der dafür seine Teilnahme am Gipfel der Südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN im Kambodscha unterbrechen musste. Die Reformschritte, die Thein Sein eingeleitet habe, seien erst "der Anfang eines langen Weges", sagte Obama anschließend. "Aber wir glauben, dass der Prozess demokratischer und wirtschaftlicher Reformen, der hier eingeleitet wurde, Burma unglaubliche Entwicklungschancen öffnet."

Thein Sein ergänzte, beide Länder wollten ihre Beziehungen auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens und Respekts gestalten. "Wir stimmten während unseres Gesprächs darin überein, dass die Entwicklung der Demokratie in Myanmar und die Menschenrechte internationalen Standards angepasst werden sollten", sagte Thein.

Obama, der im Vorfeld eine viel zu frühe Anerkennung einer nach wie vor vom Militär gesteuerten Regierung gegen Kritiker verteidigen musste, sagte, er wolle mit seinem Besuch Impulse für weitere Reformen geben. Man könne nicht auf eine perfekte Demokratie warten. Burma war seit 1962 eine Militärdiktatur gewesen. Die letzte Junta startete die vorsichtige Öffnung mit gelenkten Wahlen 2010. Thein Sein, der einstige Regierungschef der Junta, wurde Präsident und überraschte Skeptiker mit seinem Reformeifer.

Herzliche Umarmung für Suu Kyi
Nach seinem Gespräch mit Thein Sein traf Obama Burmas Freiheitsikone Aung San Suu Kyi. In ihrem Beisein versprach er fortdauernde Unterstützung, sofern das Land auf Reformkurs bleibe. "Unser Ziel ist es, der Demokratisierung weitere Schwungkraft zu geben", sagte Obama bei seinem Treffen mit der Friedensnobelpreisträgerin in ihrem Haus in Rangun. Mit Küsschen auf beide Wangen und herzlicher Umarmung demonstrierten beide Einigkeit.

Sie vertraue auf US-Hilfe in den schwierigen Zeiten, die noch vor Burma lägen, sagte Suu Kyi. Die schwierigste Phase im Demokratisierungsprozess trete ein, "wenn wir uns kurz vor dem Ziel wähnen". "Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht von Scheinerfolgen einlullen lassen, sondern dass wir wirklich für den Erfolg unseres Landes arbeiten." Obama nannte Suu Kyi eine "Ikone der Demokratie". Sie habe nicht nur ihre Landsleute, sondern die gesamte Welt inspiriert. "Heute schlagen wir im Verhältnis der USA zu Burma ein neues Kapitel auf", so Obama.

Rede vor ehemaligen Gefangenen
Der US-Präsident hielt zudem an der Universität Rangun vor Studenten und ehemaligen Gefangenen des Regimes eine Rede. Anschließend flog Obama zum ASEAN-Gipfel in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh.

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