Im großen Stil waren Kriminaltouristen auf Bargeld als Beute aus. Schon seit Jahren treibt ihr „Boss“ in Österreich sein Unwesen. Wie der Profi-Dieb bei seinen Beutezügen vorging.
„Ich bin nach Österreich gekommen, um zu stehlen.“ Ohne Genierer hatte ein Rumäne im Zuge der Einvernahme bei der Polizei sein Tatmotiv mitgeteilt. Der Beschuldigte zeigte eine Reue. Sein Geständnis fiel wortkarg aus.
400 Euro von Karte behoben
Wie berichtet, hatte der Profi-Dieb am 25. Mai einem Kunden im Einkaufszentrum Intro-Park in Siegendorf die Geldbörse gestohlen – Bankomatkarte mit dazugehörigem PIN inklusive. Damit behob er bei einer Bankfiliale in Eisenstadt 400 Euro und verschwand.
Von Kamera gefilmt
Die Aufnahmen der Überwachungskamera des Geldinstituts wurde ihm jedoch zum Verhängnis. Knapp eine Woche später konnten ihn Streifenpolizisten auf ihrer Patrouille vor Supermärkten in Siegendorf anhand des Fahndungsbildes wiedererkennen.
Fast ein Dutzend Coups
Für den Rumänen Alin A. klickten die Handschellen. Sein Begleiter, ein Landsmann, wurde ebenfalls festgenommen. Wie sich rasch herausstellte, hatten beide Kriminaltouristen kurz zuvor einem Kunden eines Supermarktes in Mattersburg die Brieftasche samt Bankomatkarte gestohlen. Seit 15. Mai soll der Haupttäter knapp ein Dutzend derartige Coups verübt haben, lauteten die ersten Erkenntnisse der Fahnder nach umfangreichen Erhebungen.
Doch Stunde um Stunde wurde die Liste der Delikte immer länger. Die Spur der Kriminaltouristen zieht sich vom Burgenland über Niederösterreich bis Wien. Laut aktuellem Stand der Ermittlungen dürfte der Beschuldigte nicht erst seit wenigen Wochen in Österreich sein Unwesen treiben, sondern bereits seit 2016.
PIN-Code in Geldbörse
Der Drahtzieher ging stets nach derselben Methode vor: In Supermarktfilialen wurde betagten Kunden die Geldbörse unbemerkt gestohlen, meist waren PIN oder Codes dabei. Gleich im Anschluss plünderte Alin A. die Konten.
Abgesehen von seinen Coups im Mai, sollen mehr als 40 weitere Fälle auf sein Konto gehen. Nicht auszuschließen, dass der Haupttäter noch mit anderen Komplizen auf Beutezügen war. Ermittlungen gehen weiter.
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