Zwei auffallend ähnliche Aufgriffe von Flüchtlingen gab es nun auf der Route Seefeld in Tirol – Mittenwald (Bayern). Schlepper kassierten bis zu 14.000 Euro pro Person und sind nun in Untersuchungshaft. Ein Bub musste ab Slowenien verkehrt auf der Mittelkonsole sitzen.
Abseits der Hauptrouten und Autobahnen scheint der Grenzübergang Scharnitz bei Schleusern beliebt zu sein. Dies zeigen zwei aktuelle Fälle:
Am Ortseingang von Garmisch-Partenkirchen stoppten deutsche Beamte dieser Tage einen in Polen zugelassenen Fünfsitzer, in dem sich sieben Personen befanden.
Ein weiterer Junge befand sich ungesichert zwischen den vorderen Sitzen auf der Mittelkonsole.
Rainer Scharf, Bundespolizei Rosenheim
„Auf der für drei Mitfahrer ausgelegten Rückbank saßen drei Männer und ein Minderjähriger. Das Anlegen der Sicherheitsgurte war somit nicht möglich. Ein weiterer Junge befand sich ungesichert zwischen den vorderen Sitzen auf der Mittelkonsole“, sagt Rainer Scharf von der Bundespolizei in Rosenheim.
Letzte Etappe einer organisierten Tour
Nur der ukrainische Lenker, der mutmaßliche Schlepper, konnte sich ausweisen. Die nach eigenen Angaben aus Syrien stammenden Insassen sagten aus, dass sie in Slowenien zugestiegen seien, als letzte Etappe einer organisierten Tour. Die Schleuser sollen zunächst 9000 Euro pro Person verlangt haben, im Laufe der Fahrt dann teils bis 14.000 Euro. Zwei Syrer (22 und 25 Jahre) sind nun in einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge.
Minderjährige nun in Obhut des Jugendamtes
Bei den beiden Minderjährigen handelt es sich um Brüder im Alter von 11 und 14 Jahren. Sie vermuten, dass sich ihre Familie in Deutschland befinden könnte, jedoch wüssten sie nicht, in welcher Stadt sich ihre Verwandten tatsächlich aufhalten. Beide wurden der Obhut des Garmisch-Partenkirchner Jugendamtes anvertraut. Auf richterliche Anordnung hin wurde der 36-jährige Fahrer am Dienstag in Untersuchungshaft genommen und in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim eingeliefert.
Weiterer Fall mit Syrern und ukrainischem Schlepper
Dorthin hatten die Bundespolizisten tags zuvor bereits einen 46-jährigen Ukrainer gebracht. Auch dieser soll mehrere syrische Migranten eingeschleust haben. Der Wagen mit insgesamt sechs Insassen wurde bei Mittenwald gestoppt. Die Polizei prüft nun aufgrund der auffallenden Parallelen der Fälle einen Zusammenhang.
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