Mit der eHealth-Strategie steckt die Vorarlberger Landesregierung den geplanten weiteren Weg ab, um die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung im Gesundheitswesen zu nützen. Das Ziel sind Verbesserungen, von denen sowohl Patienten als auch Ärzte profitieren sollen.
Auf drei Säulen ist die eHealth-Strategie des Landes künftig aufgebaut. So sollen die digitalen Errungenschaften künftig zur Gesundheitsförderung und Prävention eingesetzt werden. Zudem sollen sie helfen, die Patienten weg von den Ambulanzen der Spitäler zum „best Point of Service“ zu lenken und die medizinische Versorgung zu verbessern.
Konkret vorgesehen hat Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher, die bereits vorhandenen Gesundheits-Apps „Vbewegt“ und „Xsund“ um zusätzliche Funktionen zu ergänzen. Gleichzeitig soll für die sichere Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten ein digitales Angebot entwickelt werden, das anwendungsübergreifend in ganz Vorarlberg eingesetzt wird. Für die Weiterleitung von 1450-Anrufern wird ein Pilotprojekt mit QR-Code-Übermittlung eingeführt. Weiters sollen die Möglichkeiten der Telemedizin im Bereich der Versorgung von chronisch Erkrankten genützt werden, beispielsweise durch die Erweiterung des „HerzMobil“-Konzepts oder durch das spezialisiertes Onkologie-Netzwerk „OnkoMobil“.
Die Österreichische Gesundheitskasse fungiert als wichtige Partnerin des Landes im Rahmen der eHealth-Strategie. „Die Digitalisierung ist auch bei uns ein Kernbereich, eHealth spielt eine zunehmende Rolle für die Versorgung der Zukunft. Deshalb werden wir nicht nur bei der Erarbeitung, sondern auch bei der Umsetzung der eHealth-Strategie gerne unseren Beitrag leisten“, sagte der Vorsitzende des ÖGK-Landesstellenausschusses, Christoph Jenny.
Der eHealth-Berater des Landes Vorarlberg, Günter Rauchegger, sieht in der eHealth-Strategie einen konkreten Fahrplan zur umfassenden Digitalisierung des Gesundheitswesens, der auf bundesweiten und europäischen Prioritäten und Aktivitäten aufsetzt. Vorarlberg gehe als Vorreiter voran, ein digitales System zu schaffen, das eine verbesserte Verschränkung von Erkrankten und Behandelnden bietet und zugleich die hohen Anforderungen in Sachen Datensicherheit und Transparenz erfüllt.
Das unterstrich auch der Vorarlberger Ärztekammerpräsident Burkhard Walla. Die digitale Vernetzung der Gesundheits-Dienstleistungen könne für PatientInnen und ÄrztInnen sowie für andere in die Versorgung eingebundene Berufe große Vorteile bringen, bei der Umsetzung müssen aber ethische und rechtliche Herausforderungen bedacht werden. „Persönliche Daten müssen vor Missbrauch geschützt bleiben und digitale Informationen dürfen den Arzt-Patienten-Kontakt nur ergänzen, nicht aber ersetzen“, so Walla. Das erfordere auch eine hohe digitale Gesundheitskompetenz der Bevölkerung, die gemeinsam mit den technischen Möglichkeiten verbessert und ausgebaut werden müsse.
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