Konzertkritik

Gänsehautmomente im Kulturhaus Dornbirn

Vorarlberg
28.01.2026 07:42
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Das Kammerorchester Basel sorgt für besondere Konzertprogramme auf höchstem Niveau. Am Montag waren die Musiker bei der Konzertreihe Dornbirn Klassik in Vorarlberg zu Gast.

Musik des beginnenden 19. Jahrhunderts, entstanden unter dem Eindruck der damaligen Umwälzungen wie der Französischen Revolution und der Machtergreifung Napoleons, stand auf dem Programm des Kammerorchesters Basel bei seinem Gastspiel im Kulturhaus Dornbirn am Montagabend. Es ging vielen Konzertbesuchern unter die Haut, wie beklemmend aktuell diese nah am politischen Geschehen angesiedelte Musik ist.

So ließ das Zitat aus einem Text der aus der DDR stammenden Helga M. Novak erschauern: „Macht von oben ist schamlos.“ Diesen Text las der Schauspieler Dominique Horwitz anstelle einer Arie aus Luigi Cherubinis Oper „Medée“ in diesem wie stets beim Kammerorchester Basel ungewöhnlich und sinnreich gestalteten Programm. Die Ouvertüre zu dieser Oper bildete mit ihren harten Paukenschlägen den nicht eben beruhigenden Beginn des Konzerts. Und damit wären wir bei der musikalischen Interpretation, die in den Händen von Giovanni Antonini lag, seit zehn Jahren Principal Guest Conductor dieses Orchesters und Dirigent und Flötist beim Mailänder Kultensemble „Il giardino armonico“.

Gänsehautmomente
Da hörte das Publikum von Dornbirn Klassik historische Aufführungspraxis von Feinsten, wenn in der Symphonie Nr.1 in g-Moll von Étienne Nicholas Méhul die Phrasen in aller Ruhe und doch lebendig ausformuliert wurden, wenn beim Andante wunderbar durchhörbar die verschiedenen Themen polyphon geschichtet waren. Besonders sinnfällig erlebte man solches dann bei Beethovens Bühnenmusik zu Goethes Schauspiel „Egmont“, wo die Naturhörner ihren charakteristisch schmetternden Klang hören ließen und wo die beispielhaft sauber und plastisch intonierten Akkorde einem Gänsehaut verursachten.

Zu dieser trug auch der aufwühlende Vortrag der Zwischentexte durch Dominique Horwitz bei, während der Gesang der Sopranistin Annett Fritsch für liebliche Ruhepole sorgte. Diese schöne Stimme hätte man gerne noch länger gehört. Ein herausragendes Konzert also in der immer wieder spannenden Konzertreihe Dornbirn Klassik.

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