Auch Qualität nimmt ab

Im Ländle gibt es immer weniger Lehrlinge

Vorarlberg
27.01.2026 15:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Lehrlinge um 3,1 Prozent gesunken, zudem nimmt auch die Qualität der Auszubildenden ab. Vorarlbergs Wirtschaftskammerpräsident Karlheinz Kopf sieht großen Handlungsbedarf.

Ende 2025 waren in Vorarlberg 6348 Lehrlinge in einem aufrechten Lehrverhältnis – das sind 205 Lehrlinge (-3,1 Prozent) weniger als im Jahr 2024. Angesichts dieser Zahlen läuten bei Karlheinz Kopf, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, die Alarmglocken: „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gibt es 168 weniger Lehranfänger, ein schmerzlicher Rückgang, der aufrütteln muss!“ Insgesamt haben sich 2025 in Vorarlberg 39,87 Prozent der 15-Jährigen für eine Lehre entschieden.

Zum Vergleich: 2024 lag der Wert noch bei 44,53 Prozent. Die Sparte „Gewerbe und Handwerk“ bildet mit 44 Prozent der Lehrlinge die größte Gruppe, gefolgt von den Sparten „Industrie“ (23,2 Prozent) und „Handel“ (10,3 Prozent). Die Top-3 Berufe für männliche Lehrlinge sind Metalltechniker (796 Lehrlinge), Elektrotechniker (543) und Kfz-Techniker (339). Bei den weiblichen Lehrlingen liegt die Einzelhandelskauffrau (309) vor der Bürokauffrau (150) und dem Bereich Metalltechnik (110).

Viele Eltern wollen, dass ihr Kind die Matura macht
Am Vorarlberger Lehrstellenmarkt gibt es nicht nur ein Nachfrage-, sondern auch ein Angebotsproblem, wie Kopf erläutert: „Die allgemeine wirtschaftliche Lage hindert den einen oder anderen Betrieb daran, im Moment Lehrlinge auszubilden. Wir wissen von Ausbildungsbetrieben, die heuer gar keine neuen Lehrlinge aufnehmen werden.“

Er hofft, dass sich die Lage einhergehend mit einer konjunkturellen Besserung wieder entspannen wird. Massiv verschärft hat sich der Wettbewerb mit den weiterführenden Schulen AHS und BHS – was nicht zuletzt daran liegt, dass viele Eltern die Matura als bessere Alternative erachten. Dass dies oft nicht im Interesse ihrer Kinder ist, zeigt folgende Statistik: Ein Drittel der Lehranfänger kommt aus einer weiterführenden höheren Schule. „Diese Schulabbrüche sind eine persönliche Belastung und kostenintensiv für die Volkswirtschaft“, so Kopf.

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Die allgemeine wirtschaftliche Lage hindert den einen oder anderen Betrieb daran, im Moment Lehrlinge auszubilden.

Karlheinz Kopf

Eklatante Lücken in Sachen Basiswissen
Besorgniserregend sei zudem, dass die Qualität der Lehrlinge immer schlechter werde. Zum einen ließen viele Jugendlichen Motivation und Interesse vermissen, zum anderen würden Leistungsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit abnehmen. Geradezu dramatisch ist der Umstand, dass es oft am Basiswissen fehlt, insbesondere in den Bereichen Deutsch, Mathematik sowie allgemein in den MINT-Fächern sind die Lücken teils eklatant.

Dies stellt speziell kleinere Betriebe in der Lehrlingsausbildung vor immense Herausforderungen. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat die WKV eine Studie in Auftrag gegeben, welche den Istzustand eruieren und Lösungsansätze aufzeigen soll. Zudem wurden bereits diverse Initiativen auf den Weg gebracht, um das Image der Lehre aufzupolieren.

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