Fr, 19. Oktober 2018

BAWAG-Prozess II

17.10.2012 13:56

Helmut Elsner wieder nicht vor Gericht erschienen

Zum Verhandlungstermin am Mittwoch im zweiten BAWAG-Strafprozess ist der frühere BAWAG-Chef Helmut Elsner wieder nicht gekommen. Während Elsners Anwälte betonten, ihr Mandant befinde sich in Deutschland in medizinischer Behandlung und sei verhandlungsunfähig, sah der gerichtliche Sachverständige das anders: Seinem Gutachten nach ist Elsner "transport- und verhandlungsfähig".

Zwischen dem Richter, den Anwälten Andreas Stranzinger und Jürgen Stephan Mertens sowie dem Sachverständigen, dem Kardiologen Günter Steurer, entwickelte sich am Mittwoch eine kurze Diskussion über Elsners Gesundheitszustand. Elsners Verteidiger schilderten, dass sich ihr Mandant in der Uni-Klinik München einer Bronchoskopie unterzogen habe, "in Vollnarkose". Elsner sei dafür drei Tage stationär aufgenommen worden und werde zu weiteren Untersuchungen wieder stationär aufgenommen. "Er pendelt zwischen der Uni-Klinik München und der Reha in Bad Reichenhall", sagte Mertens.

Richter Christian Böhm berichtete, dass ihn der Richter des Amtsgerichts für Bad Reichenhall telefonisch informiert habe, dass Elsner "mit unbekanntem Ziel" aus Bad Reichenhall abgereist sei. Wenn er aus der Uni-Klinik München wieder entlassen und die Behandlung ohne Komplikationen verlaufen sei, dann sei er wohl verhandlungs- und transportfähig, meinte der medizinische Sachverständige in Hinblick auf einen neuen Verhandlungstermin.

Nach dem viertelstündigen Wortwechsel unterbrach der Richter die Verhandlung. Nächster Termin im BAWAG-Prozess ist der 12. November. Dann sollen auch wieder die übrigen Angeklagten am Verfahren teilnehmen - "alle Angeklagten, auch Elsner ist willkommen".

Elsner als Dauergast bei Gericht
Die teilweise Neuauflage des BAWAG-Verfahrens begann am 25. April. Inklusive der eigens für Elsner vorgesehenen Termine fanden bisher 26 Verhandlungstage am Straflandesgericht Wien statt.

Der Ex-BAWAG-Chef war aber bereits im ersten Strafverfahren zur Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Davon saß der frühere Banker viereinhalb Jahre in der Justizanstalt Wien-Josefstadt ab - inklusive U-Haft. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er im Juli 2011 für vollzugsunfähig erklärt und entlassen. Mit der Privatanklage will die BAWAG nun auf Elsners Pensionsabfindung zugreifen.

Elsner ist allerdings nicht nur Angeklagter, sondern auch ein wichtiger Zeuge im Verfahren gegen die restlichen Angeklagten, also gegen den Spekulanten Wolfgang Flöttl, den Ex-BAWAG-Aufsichtsratschef Günter Weninger, den Wirtschaftsprüfer Robert Reiter, den Ex-BAWAG-Generalsekretär Peter Nakowitz sowie die Ex-BAWAG-Vorstände Christian Büttner, Hubert Kreuch und Josef Schwarzecker.

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