Mi, 23. Jänner 2019

Skandal in Vietnam

16.10.2012 15:10

Bären-Rettungszentrum soll Hotel werden

Ein herber Rückschlag für die Tierschutzorganisation "Animals Asia": Nachdem die Tierschützer in jahrelanger Arbeit eine Rettungsstation für Bären aus vietnamesischen Gallefarmen aufgebaut haben, soll diese plötzlich auf Anweisung der Regierung geschlossen werden. Damit wären auf einen Schlag nicht nur 104 Bären ohne Zuhause, sondern auch 77 Mitarbeiter arbeitslos und die Investition von zwei Millionen US-Dollar verloren. "Animals Asia" kämpft gegen den Beschluss an und kann dabei jede Unterstützung gebrauchen.

Es war am 5. Oktober, als das Team von "Animals Asia" vom vietnamesischen Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung erfuhr, dass die Rettungsstation plötzlich aufgelassen werden soll. Dort verbringen derzeit 104 Kragen- und Malaienbären ihren Lebensabend, die allesamt aus örtlichen Gallefarmen gerettet wurden.

"Galle-Bären" leiden für chinesische Medizin
In freier Wildbahn gibt es nur noch wenige Tiere, doch Tausende vegetieren auf illegalen Farmen vor sich hin, wo ihnen zweimal täglich mit einer Spritze Gallenflüssigkeit entnommen wird. Der Grund für diese Tierquälerei ist die traditionelle chinesische Medizin, der zufolge der Gallensaft der Bären gegen Lebererkrankungen, Fieber und Magengeschwüre helfen soll.

Bären-Zentrum soll Hotelanlage werden
Zwei Millionen US-Dollar investierte "Animals Asia" in den Bau der Rettungsstation – nun soll alles umsonst gewesen sein. Denn in dem Nationalpark, in dem sich das Projekt befindet, soll ein Hotel für Öko-Touristen entstehen. Zumindest, wenn es nach dem Parkdirektor geht, der das Land an die Firma seiner Tochter übergeben will. Die Tierschützer sind entsetzt. Alle 104 Bären wären auf einen Schlag heimatlos. 77 vietnamesische Arbeitskräfte, die in der Station beschäftigt sind, wären plötzlich ohne Erwerbstätigkeit.

"Die Bären haben schon genug gelitten"
"Wir möchten die Rettungsstation auf jeden Fall erhalten", so "Animals Asia"-Geschäftsführerin Jill Robinson. "Wir bitten die Öffentlichkeit und die Medien daher um Hilfe. Lassen wir den vietnamesischen Premierminister wissen, was wir von dieser Bedrohung des Wohlbefindens dieser Bären halten – sie haben schon genug gelitten."

Jetzt protestieren: So geht's!
Sie hofft, dass tierliebe "Krone"-Leser die Protestaktion unterstützen. Auf ihrer Website bietet die Tierschutzorganisation einen vorgefertigten Brief an den Premierminister an, dem die endgültige Entscheidung obliegt. Der Text kann per Post oder an die angegebene Mailadresse gesendet werden. Zudem gibt es eine Petition, um gegen die Schließung zu protestieren.

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