Mo, 24. September 2018

UNO-Bericht

12.10.2012 11:59

30 Millionen weniger Jobs seit der Finanzkrise

Die Finanzkrise als großer Jobvernichter: Rund um den Globus sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) derzeit gut 30 Millionen Menschen mehr arbeitslos als vor der weltweiten Finanzkrise. Ein Drittel der insgesamt mehr als 200 Millionen Arbeitslosen weltweit sei unter 25 Jahre alt, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Rede des ILO-Chefs Guy Ryder, die er am Samstag vor dem Internationalen Währungsfonds in Tokio halten will.

Ryder warnt vor einer Verschärfung der weltweiten Arbeitslosigkeit. Jedes Jahr strömten rund 40 Millionen Menschen neu auf den Arbeitsmarkt. Ebenfalls rund 40 Millionen Arbeitslose hätten mittlerweile resigniert und aufgehört, aktiv nach einer möglichen Anstellung zu suchen. Die Welt werde noch jahrelang vor "großen und wachsenden Defiziten" bei der Schaffung von Arbeitsplätzen stehen.

900 Millionen trotz Arbeit unterhalb der Armutsgrenze
Auch wer eine Arbeit habe, verdiene oft nicht genug, um seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten, kritisierte der ILO-Chef. 900 Millionen Beschäftigte verdienten weniger, als nötig wäre, um sich und ihren Familien ein Leben oberhalb der Armutsgrenze zu ermöglichen. Der Schaden durch weltweite Sparmaßnahmen infolge der Finanzkrise sei tiefgreifender als angenommen.

ILO-Chef warnt vor Wiederholung vergangener Fehler
Bereits während seiner Antrittsrede Anfang Oktober dieses Jahres hatte der ILO-Chef seine Besorgnis geäußert, dass in Europa dieselben Fehler gemacht werden, wie sie auch in andere Weltregionen in den 80er- und 90er-Jahren begangen worden waren.

Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit essenziell
Um die Wiederkehr solcher Szenarien zu vermeiden, schlägt Ryder konkret vier Maßnahmen vor: Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, vereinfachte Kreditvergabe für kleine und mittlere Unternehmungen, ein Ausbau der Sozialwerke und die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.

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