Mi, 18. Juli 2018

Diesel veruntreut

10.10.2012 07:43

"Sprit-Bande": NR-Abgeordneter als Kunde?

Kreise bis in die hohe Politik zieht jener spektakuläre Betrugsfall, bei dem Tankwagenfahrer aus Niederösterreich 1,6 Millionen Liter Diesel sowie Heizöl abgezweigt und billigst weiterverkauft haben dürften. Auf der Kundenliste der mutmaßlichen Täter soll auch ÖVP-Nationalratabgeordnete Johann Rädler gestanden sein. "Ich kann mir das nicht erklären", sagt er der "Krone".

Jahrelang sollen, wie berichtet, Lkw-Chauffeure einer Firma im Bezirk Mödling die Messgeräte ihrer Tankwagen manipuliert und so Tausenden Abnehmern weniger geliefert haben, als bezahlt worden war. Die veruntreuten 1,6 Millionen Liter Diesel und Heizöl dürften die mutmaßlichen Rädelsführer – vier sind in Haft – unter der Hand zu Spottpreisen weitergegeben haben. Ihre Motive: Spielsucht, Bordellbesuche.

ÖVP-Mandatar im Visier der Ermittler
Im Zuge der Ermittlungen geriet offenbar auch ein hoher Politiker ins Zwielicht. Johann Rädler (60), ÖVP-Nationalrat und Bürgermeister von Bad Erlach im Bezirk Wiener Neustadt, wird der Hehlerei beschuldigt. Neben weiteren 50 Großabnehmern soll er Kunde der Lieferanten-Bande gewesen sein.

"Ich habe von dem Betrug nichts gewusst, bis Beamte bei meiner Schwiegertochter nachfragten. Angeblich soll ein Chauffeur unsere Adresse genannt haben", sagt der Parlamentarier. Auf Anraten des Anwaltes habe er eine Stellungnahme samt Heizöl-Rechnungen an die ermittelnde Behörde geschickt: "Seither habe ich von den Beamten nichts gehört."

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