Mi, 23. Jänner 2019

In der Milchstraße

03.10.2012 22:00

Kugelsternhaufen mit zwei Schwarzen Löchern entdeckt

Astronomen haben erstmals Schwarze Löcher in einem Kugelsternhaufen unserer Milchstraße entdeckt. In dem majestätischen Sternhaufen mit der Katalognummer M22 stieß ein internationales Forscherteam gleich auf zwei Schwarze Löcher mit jeweils zehn bis 20 Mal so viel Masse wie unsere Sonne.

Wie eine Forschergruppe um Laura Chomiuk von der Michigan State University im britischen Fachjournal "Nature" berichtet, sei die Entdeckung überraschend, denn der gängigen Vorstellung der Astronomen zufolge dürfte nur ein einziges Schwarzes Loch im Zentrum eines Kugelsternhaufens existieren.

Kugelsternhaufen gehören zu den ältesten Gebilden des Universums. Sie versammeln Zigtausende Sonnen und erreichen mit bis zu 13 Milliarden Jahren fast das Alter des Universums (13,7 Milliarden Jahre). Astronomen nehmen an, dass in Kugelsternhaufen schon früh zahlreiche Schwarze Löcher entstanden sind, die jedoch fast alle aus den Haufen hinauskatapultiert wurden.

Bis zu der aktuellen Studie wurde allerdings kein einziges Schwarzes Loch in irgendeinem Kugelsternhaufen der Milchstraße gefunden. Mit dem "Very Large Array" , einer aus 27 Teleskopen bestehenden Anlage (Bild 2) des US-Radioastronomie-Observatoriums (kurz: NRAO) in New Mexico entdeckten die Forscher nun zwei Schwarze Löcher (das Bild zeigt eine künstlerische Illustration) in demselben Kugelhaufen.

Schwarze Löcher entstehen, wenn ausgebrannte, extrem massereiche Sterne am Ende ihrer Existenz unter ihrer eigenen Schwerkraft in sich zusammenstürzen. Der gängigen Theorie zufolge sollten sich Schwarze Löcher in Kugelsternhaufen ins Zentrum bewegen und von dort durch Wechselwirkungen mit anderen Schwarzen Löchern bald hinauskatapultiert werden.

"Es sollte nur einen Überlebenden geben", erläuterte Chomiuks Hochschulkollege Jay Strader in einer NRAO-Mitteilung. "Die Entdeckung von zwei Schwarzen Löchern statt einem in einem Kugelsternhaufen verändert definitiv das Bild." Die Experten hoffen, mit Folgebeobachtungen das Schicksal Schwarzer Löcher in Kugelsternhaufen erhellen zu können.

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