Mo, 22. Oktober 2018

Zu wenig Sauerstoff

01.10.2012 11:08

Studie: Klimawandel lässt Meeres-Fische schrumpfen

Die weltweiten Fischbestände werden nicht nur durch massive Überfischung, sondern laut einer neuen Studie auch durch den Klimawandel bedroht. Die mit der Erderwärmung steigenden Wassertemperaturen werden Wachstumsprobleme bei den Fischen nach sich ziehen, hat jetzt eine in der Zeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlichte Untersuchung ergeben.

Die Wissenschaftler um Daniel Pauly von der kanadischen University of British Columbia simulierten die Auswirkung des Klimawandels auf die Meere und ihre Bewohner in Computermodellen. Als Grundlage nahmen die Forscher das sogenannte SRES-A2-Szenario, das auch vom Weltklimarat IPCC verwendet wird und davon ausgeht, dass die globale Durchschnittstemperatur infolge von vermehrtem Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre bis 2100 um 3,4 Grad Celsius im Vergleich zum Jahr 2000 steigen wird.

Wärmere Meere, weniger Sauerstoff
Diese Annahme galt früher als pessimistisch, wird angesichts des starken Ausstoßes klimaschädlicher Gase allerdings als immer wahrscheinlicher angesehen. Steigt die Temperatur in der Atmosphäre, werden auch die Meere wärmer. Dies wiederum führt zu einem niedrigeren Sauerstoff-Gehalt im Wasser. Die Fische können dadurch weniger Sauerstoff aufnehmen - und wachsen weniger als bisher.

Tropische Ozeane am stärksten betroffen
Am stärksten betroffen sind den Berechnungen der Forscher zufolge die Fische in tropischen Gewässern. Im Indischen Ozean wird das Körpergewicht der Fische demnach bis 2050 um 24 Prozent abnehmen, im Atlantik um 20 und im Pazifik um 14 Prozent. "Ein wärmerer und schlechter mit Sauerstoff versorgter Ozean (...) würde es für große Fische schwieriger machen, ausreichend Sauerstoff zu erhalten. Das heißt, sie hören auf, weiter zu wachsen", heißt es in der Studie. Auch wenn der erwartete Anstieg der Wassertemperatur nur gering erscheine, seien die Auswirkungen auf die Körpergröße "unerwartet" groß.

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