EU-Ministerrat:

Vorerst keine weiteren Patriot-Raketen für Kiew

Ausland
22.04.2024 20:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem grünen Licht am Wochenende im US-Kongress für weitere Ukraine-Militärhilfen haben die EU-Außenminister am Montag ihren Beistand für Kiew zwar bekräftigt, allerdings keinen weiteren Nachschub für die Luftabwehrsysteme in Aussicht gestellt.

Die Niederlande und Spanien gehören neben Deutschland, Schweden, Polen, Griechenland und Rumänien zu den europäischen Ländern, die über Patriot-Batterien verfügen. Die Boden-Luft-Raketen gelten als sehr effektiv gegen Hyperschallraketen. Mit diesen nimmt das russische Militär derzeit verstärkt die Infrastruktur der Ukraine unter Beschuss. 

Der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba wandte sich an die EU-Außenminister in einem Statement per Videoschaltung mit den Worten: „Jetzt, wo Sie alle hier am Tisch sitzen, ist es Zeit zu handeln und nicht zu diskutieren.“ Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bekräftigte, die Dinge seien mittlerweile „gereift“. „Es wurde alles gesagt. Jetzt ist es an der Zeit, zu handeln“, appellierte er.

Fernsehturm in Charkiw getroffen
Unterdessen wurde der Fernsehturm der ostukrainischen Großstadt Charkiw Berichten zufolge bei einem russischen Angriff stark beschädigt. Auf Videos in sozialen Netzwerken war am Montag zu sehen, wie die Spitze des 240 Meter hohen Turms in die Tiefe stürzt – auch eine Explosionswolke wurde gezeigt (siehe Bild unten).

(Bild: Screenshot/Twitter.com)

Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow bestätigte, dass ein „Fernsehinfrastrukturobjekt“ getroffen wurde. Verletzte soll es nicht gegeben haben.

Russen wollen Zugang zu ukrainischer Information stoppen
Der 1981 in Betrieb genommene Fernsehturm in Charkiw versorgt die Region mit Radio- und Fernsehempfang und befindet sich rund sechs Kilometer vom Zentrum entfernt. Die ostukrainische Millionenstadt steht seit Mitte März unter starkem russischem Beschuss. Die Stromversorgung ist bereits gestört und es gibt nur stundenweise Elektrizität. Ziel der Russen ist es offenbar, neben kritischer Infrastruktur auch das Abschneiden der Bevölkerung von ukrainischen Informationsquellen.

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj war die Attacke Teil eines gezielten Versuchs der Russen, die zweitgrößte Stadt der Ukraine unbewohnbar zu machen. Selenskyj ergänzte, er habe US-Präsident Joe Biden über den Luftangriff informiert, der einige Minuten vor ihrem Telefonat Montagabend durchgeführt worden war.

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