Finanzierungsfrage
Häuslbauerstudie: Alles dreht sich um das liebe Geld
Bereits seit mehr als zwanzig Jahren gilt diese Studie vom market Institut Linz als der Trendspiegel in Sachen Bauen und Wohnen. Genau wird dabei auf die Wünsche, Anforderungen und Rahmenbedingungen der privaten Hausbauer und Sanierer eingegangen – vor allem aber auch auf ihre Ängste und Sorgen.
Finanzierungsfrage steht an oberster Stelle
Nicht überraschend stand in den vergangenen Jahren bei privaten Bauprojekten vor allem der Einsatz erneuerbarer Energien und die Sorgen rund um verlässliche und rechtzeitige Baufertigstellung im Mittelpunkt privater Bautätigkeiten.
Die aktuelle Studie bringt eine Neubewertung der Problemstellungen: Alles dreht sich um das liebe Geld! Die Finanzierung der Wohnträume wird immer komplexer und schwieriger. Und das, obwohl die Kreditzinsen auf einem historischen Tief stehen.
Die Hauptsorge, dass das Geld beim Bauen ausgehen könnte, findet daher auch einen deutlichen Niederschlag in den Antworten, was man aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Bauprojekten künftigen Bauherrn raten kann: Der "durchdachte Finanzplan" nimmt ganz klar den ersten Platz ein (81 Prozent), gefolgt von den Punkten "mehrere Angebote einholen und Preise genau vergleichen" (74 Prozent), "auf ausreichend Eigenmittel achten, keine hohen Schulden machen" (73 Prozent), "energiesparende Maßnahmen einsetzen, um Betriebskosten gering zu halten" (69 Prozent), "Informationen über Förderungen, Steuerabschreibungen etc. einholen und nutzen" (63 Prozent) und "Mit Zahlung der Rechnungen warten, bis alle Arbeiten erledigt sind" (59 Prozent).
Aber nicht nur bei den Ratschlägen selbst, sondern auch bei den (erlebten) Problemen beim Hausbau steht das Geldthema an erster Stelle: Der Punkt "finanzielle Probleme, Finanzierung teurer als geplant" ist gegenüber dem Vorjahr angestiegen (35 Prozent).
Sonstige Trends
Erfreuliches gibt es in Sachen Bauen aber auch zu berichten: Deutlich zugelegt hat die Servicequalität der Hersteller und Professionisten. Terminprobleme, verspätete oder falsche Lieferungen sind signifikant zurückgegangen, allerdings besteht immer noch ein Verbesserungsspielraum. Die zuletzt bei gut jedem Fünften aufgetretenen Qualitätsprobleme konnten ebenfalls tendenziell gesenkt werden.
Und wie soll der Traum vom Eigenheim am besten realisiert werden? In der aktuellen "market Häuslbauer- und Renovierungsstudie" wurden die Varianten Massivbau, Fertighaus, Blockhaus und Ausbauhaus abgefragt.
Mit stolzen 55 Prozent verteidigt der Massivbau auch dieses Jahr wieder seine traditionelle Pole Position. Allerdings zeigen die zukünftigen Bauherrn ein großes Interesse am Fertigbau. Besonders gefragt sind daher alle Baulösungen, die beide Komponenten – also massive Bauweise mit Fertigbau – vereinen.
Wichtige Informationswege im Baubereich
Internet, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, Messen, Musterhauszentren, persönliche Erfahrungen aus dem Freundeskreis – wie informiert sich heute der zukünftige Bauherr über die zur Verfügung stehenden Angebote?
"Bei allen wichtigen Entscheidungen ist heute 'Multichannel' angesagt, jede Informationsquelle wird genützt", so market-Institutsvorstand und Geschäftsführer Werner Beutelmeyer. "Als wichtiges Basismedium hat sich in den letzten Jahren das Internet positioniert: Hier kann man sehr einfach und auch bequem einen ersten Angebotsüberblick einholen." Allerdings, für die tatsächliche Entscheidung ist das bei Bauvorhaben noch nicht ausreichend.
Neben persönlichen Erfahrungsgesprächen mit Bekannten nehmen auch weiterhin Printprodukte einen großen Stellenwert für vertiefende Informationen ein: "Hier in erster Linie die Special-Interest-Magazine, also die Printprodukte, die den künftigen Bauherrn umfassende Informationen bieten. Dabei hat sich sogar die Lesefreudigkeit wie auch die Aufmerksamkeit erhöht. Fachliche Qualität vorausgesetzt, werden sie nicht mehr so schnell wie früher durchgeblättert, sondern konzentrierter gelesen", erklärt Beutelmeyer.
Der Besuch von Messen oder Musterhauszentren nehme, so Beutelmeyer, weiterhin einen "ganz, ganz wichtigen Stellenwert bei der tatsächlichen Kaufentscheidung" ein. Denn: "Unmittelbare, sinnliche Erlebnisse, wie z.B. Licht, Gerüche, Atmosphäre etc. sind einfach unersetzbar. Für die Entscheidungsfindung brauchen wir 'Erlebnisräume des Wohnens', wie sie Messen und Musterhauszentren bieten."
Verändert hat sich hierbei jedoch die Anzahl der Besucher, da die sogenannte "Gehen wir einmal schauen"-Zielgruppe wegfällt, die den "Vielleicht einmal in einigen Jahren"-Wohntraum heute wesentlich besser im Internet ausleben kann. "Anders ausgedrückt: Es gibt temporär vielleicht etwas weniger, dafür aber qualitativ besseres Publikum", fasst Wohntrend-Spezialist Beutelmeyer zusammen.
Für die Häuslbauer- und Renovierungsstudie 2012 wurden zwischen Juli und August 2012 insgesamt 1002 Face-to-Face-Interviews mit Bauinvolvierten geführt, die Studie ist repräsentativ für österreichische rezente und zukünftige Hausbauer und Renovierer/Modernisierer.







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