Besser lernen
Was beim Lernplatz für Schulanfänger wichtig ist
Und das ist in der Praxis nicht immer ganz einfach. Denn Kinderzimmer in durchschnittlichen Haushalten sind meist zwar sehr liebevoll gestaltet, punkten aber nur selten mit entsprechender Größe. Oft weiß man ja schon gar nicht mehr, wohin mit all den Spielsachen – und jetzt auch noch ein Lernplatz?
An einigen geschickten Umplanungen kommt man daher meist bei der Erweiterung der bisherigen Schlaf- und Spielzone um einen guten Lernplatz nicht herum.
Zeit nehmen für gute Planung
Die wichtigste Regel bei der Neugestaltung lautet auch bei diesem Einrichtungsprojekt: sich ausreichend Zeit für umfassende Informationen und Planung nehmen. Wenn auch der Nachwuchs ganz entzückt nach dem "so süüüßßßen" rosafarbenen Kinder-Schreibtisch – den übrigens "wirklich alle, alle Freundinnen schon haben" – verlangt, sollte man überstürzte Spontankäufe (und sei es auch nur um des lieben Friedens willen) jedenfalls vermeiden.
Übrigens: In den ersten Schulwochen kann laut Expertenmeinungen guten Gewissens noch auf den eigenen Schreibtisch verzichtet werden. Es kommt in erster Linie darauf an, dass die ABC-Schützlinge lernen, an einem gewohnten Platz ihre Aufgaben zu erledigen. Das kann zur Not dann auch ruhig der Ess- oder Küchentisch sein. Wichtig ist, dass sich das Kind bestmöglich konzentrieren kann und das Hausaufgabenmachen zu einem festen Ritual wird.
Tipp: Wird eine solche Schreib- und Lernecke in der ersten Zeit improvisiert, sollte der Übergang von der einen zur anderen Nutzung durch kleine Gesten und vielleicht auch Gegenstände dem Kind bewusst gemacht werden. Also zum Beispiel, der Esstisch völlig leer geräumt sein und dafür einige Schul-Accessoires (z.B. Stifthalter etc.) aufgestellt werden.
Eine solche Übergangslösung schafft dann auch ausreichend Zeit für die überlegte Umgestaltung des Kinderzimmers.
Ein guter Lernplatz …
... beginnt mit der richtigen Positionierung des Schreibtisches. Hauptfehler Nummer 1, der laut Kinder-Einrichtungsexperten dabei gemacht wird: der Platz am Fenster. Richtig ist zwar, dass das natürliche Tageslicht zur Schonung der Augen so weit wie möglich genützt werden sollte, allerdings stellt der direkte, frontale Fensterblick ins Freie eine große Ablenkung für die kleinen Schüler dar. Kinder neigen beim Hinausschauen dazu, ganz leicht in ihre eigenen Träumereien zu versinken – Hausaufgaben sind so bald vergessen.
Neben einem ergonomisch guten Schreibtisch und Stuhl sind aber auch ausreichende Stauräume bzw. Stauraumsysteme wichtig. Nicht nur, da jetzt durch den Schreibtisch Platz im Zimmer wegfällt, sondern auch weil es den Kleinen hilft, Ordnung zu halten. Untersuchungen belegen, dass sich eine ordentliche Umgebung positiv auf das Konzentrationsvermögen auswirkt. Ebenfalls wichtig ist, dass sich alle Arbeitsmaterialien stets in Reichweite befinden. Ein oftmaliges Aufstehen und Suchen bringt vor allem die Schulanfänger ganz rasch aus ihrer Lernkonzentration.
Tipp: Wird es mit dem zusätzlichen Schreibtisch so richtig eng im Kinderzimmer, haben sich die bei Kindern äußerst beliebten Hochbetten sehr gut bewährt.
Der richtige Schreibtisch
Der Mensch ist ganz allgemein nicht für Sitzen und Stillhalten gemacht. Denn dabei handelt es sich um für unseren Bewegungsapparat ganz unnatürliche und auch stark belastende Verhaltensweisen.
Im Gegensatz zu Erwachsenen haben sich Kinder diesen ganz natürlichen Bewegungsdrang noch nicht abgewöhnt bzw. gelernt zu unterdrücken. Wenn also der Nachwuchs immer wieder mit dem Stuhl wippt, herumzappelt oder auf andere Art nach ausgleichender Bewegung sucht, ist das ganz normal – und Eltern müssen sich keine Sorgen machen, dass es sich bei ihrem Nachwuchs um sogenannte Zappelphilippe handelt. Regelmäßige Pausen mit ausreichender Bewegung sind daher vor allem für kleinere Kinder unerlässlich.
Im Durchschnitt verbringen Schüler rund 10 (!) Stunden pro Tag sitzend. Gespart werden sollte daher keinesfalls an guten und kindergerechten Schreibtischen und Stühlen.
Gerde in jüngster Zeit haben sich Modelle und Funktionen der Kinderschreibtisch-Systeme stark weiterentwickelt. Zwei Faktoren sind hier besonders wichtig: die Höhenverstellbarkeit des Schreibtisches und bewegte Elemente, die dem Bewegungsdrang entsprechend Rechnung tragen.
Ein Beispiel dafür ist ein spezieller Kinder-Schreibtischstuhl, der sich nicht nur optimal dem Bewegungsapparat anpassen kann, sondern auch mit einer Wipp- oder Kufenmechanik ausgestattet ist.
Tipp: Kleine Kinder sind geradezu magisch von Rollsesseln angezogen. Das kann u.U. aber zu gefährlichen Situationen führen, bei denen sie sich verletzen können – ebenso wie das Schaukeln oder Nach-hinten-Wippen mit herkömmlichen Stühlen. Gute Kinder-Schreibtischstühle mit Wipp- oder Kufenfunktion sind daher wesentlich sicherer.
Und noch einige Tipps:
- Schreibtischfarben: Weiße Tischplatten blenden und belasten die Augen.
- Arbeitsplatte: Untersuchungen zeigen, dass Kinder bei längerem Sitzen mit ebener Platte den Kopf zu stark nach vorne beugen. Verspannungen und zu starke Beanspruchung der Augen können die Folgen sein. Ideal: Tischplatten, die je nach Bedarf schräg einstellbar sind.
- Größe der Tischplatte: Der Schreibtisch sollte nach Möglichkeit nicht zu klein dimensioniert werden und auch entsprechende Stauräume aufweisen. Eine freie Arbeitsplatte ist für eine entspannte Sitzhaltung wesentlich.
- Beleuchtung: Auf einen konzentrierten und begrenzten Lichteinfall auf die Arbeitsfläche achten. Lichteinfall von links bei Rechtshändern und von rechts für Linkshänder.







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