Den Teilverkauf der IKB an die Tiwag bezeichnete BM Georg Willi als Fehler. Finanzausschuss-Obmann Stoll zeigt eine Lösung auf. Und er betont, dass dem grünen Bürgermeister die Kreativität fehle.
Aneinandergekettet sind Innsbrucker Kommunalbetriebe und Tiwag seit Verkauf der Anteile an den Landesenergieversorger durch die Stadt Innsbruck in den 1990er-Jahren. Umgerechnet 250 Millionen Euro erlöste die Stadt damals, blieb aber mit 50 Prozent und einer Aktie Mehrheitseigentümerin. 80.000 IKB-Kunden werden seitdem von der Tiwag mit Strom beliefert – mit allen Vor- und Nachteilen.
Zuletzt überwogen letztere. Denn während es für 220.000 Tiwag-Kunden Entschädigungen für zu hohe Strompreis gibt, müssen IKB-Kunden auf ihr „Entlastungspaket“ noch warten.
Die Finanzierung über eine Energieanleihe wäre eine smarte Lösung. Die IKB könnte sich auf das eigene Geschäft konzentrieren.
Finanzausschuss-Obmann GR Markus Stoll
„Willi fehlt die Kreativität“
Diese Umstände und der infolge des Stromurteils mit der AK Tirol schief hängende Haussegen nährten in Innsbruck den Wunsch nach einem „Rauskauf“ der Tiwag. BM Willi bezifferte die dafür nötige Summe auf nunmehr 450 Millionen Euro. „Unfinanzierbar“, sagt er. „Willi fehlt die Kreativität in Finanzierungsfragen“, meint hingegen Finanzausschuss-Obmann Markus Stoll (FI). „Eine Möglichkeit wäre die Auflage einer Energieanleihe.“ Stoll ist überzeugt, dass die nötige Summe über private und institutionelle Anleger mühelos aufgebracht werden könnte. Diese erhalten für ihr Investment fixe Zinsen.
Das Modell biete der Stadt künftig einige Vorteile: Alle Dividenden blieben zu 100 Prozent bei der Stadt, strategische Entscheidungen könnten alleine getroffen werden und vor allem: Die Hoheit über den Strompreis würde zurückgewonnen. Und vermutlich wären auch drei teure IKB-Vorstände Geschichte ...
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