Zukäufe und höhere Preise steigerten im Vorjahr den Umsatz des oberösterreichischen Lebensmittelriesen Vivatis auf fast 1,3 Milliarden Euro. Doch explodierte Kosten lassen die Erträge magerer aussehen.
Höhere Preise bescheren Lebensmittelriesen kräftige Umsatzsteigerungen. Doch aufgrund der hohen Kosten sinken die Erträge, so Gerald Hackl, Chef des zur Raiffeisen Oberösterreich gehörenden Herstellers Vivatis. Zu ihm gehören Marken wie KnabberNossi, Wojnar oder Inzersdorfer.
Hackl: „Trotz eines Kostenrückgangs um zehn Prozent im Vergleich zu 2022 sind wir noch immer 40 Prozent über dem Niveau von 2019.“ Konkret nennt Hackl die hohen Energiekosten (+70 Prozent gegenüber 2019). Auch Rohstoffpreise sind um 38 Prozent höher als vor der Pandemie. Bei den Verpackungen muss der Markenhersteller 20 Prozent mehr ausgeben. „Für das Jahr 2024 rechnen wir nochmalig mit Mehrkosten im Ausmaß von 50 Millionen Euro.“ Heuer fallen vor allem die Lohnerhöhungen ins Gewicht. Nicht alle Mehrkosten kann Vivatis weitergeben, sondern muss sie selbst schlucken, so das Unternehmen.
Auch weil die Gewinnspannen sinken und bei einigen Produkten sogar unter drei Prozent liegen, konzentriert sich Vivatis vorwiegend auf ein „gesundes“ Wachstum aus dem Geschäft heraus. Die letzte Übernahme war die rumänische Enigma, die das Maresi-Markenportfolio mit Nonfood-Produkten ergänzt. Zudem baute man Österreichs größte Insektenzuchtanlage im burgenländischen Andorf. 2400 Tonnen Fliegenlarven sollen künftig für die Produktion von Futtermitteln gezüchtet werden. Die Weiterverarbeitung zu Insektenmehl übernimmt die steirische Vivatis-Tochter Purea.
Gourmet-Tochter versorgt 300.000 Menschen
Das wichtigste Wachstum hat die Gruppe aber bei der Tochter GMS Gourmet. Über 300.000 Menschen werden hier versorgt, etwa in Schulen, Krankenhäusern und Betrieben. Das ist ein sehr krisensicheres Geschäft. Auch in Deutschland hat VIivatis eine Tochterfirma gegründet. In Wien reicht das Portfolio auch in höhere Etagen: Die Marke Gerstner, bekannt als Traditionskaffeehaus und Caterer des Opernballs, floriert.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.