Die hohen Temperaturen im Jahr 2023 hat den Gletschern der Hohen Tauern stark zu schaffen gemacht. Wie eine Messung zeigt, ist das Eis der drei Gletscher im Mittel um 1,9 Meter dünner geworden. Vor allem Sommer und Herbst 2023 waren für die Eisriesen einfach zu warm.
Die von der Geosphere Austria regelmäßig vermessenen Gletscher in den Hohen Tauern sind im vergangenen Gletscherjahr (Herbst 2022 bis Herbst 2023) sehr stark geschmolzen. Das zeigt die Auswertung der Herbstmessung auf Kleinfleißkees, Goldbergkees und Pasterze.
Eis um 1,9 Meter dünner
„Der Neuschnee im Frühling 2023 brachte den Gletschern noch einen guten Start, aber dann folgten einer der wärmsten Sommer und einer der wärmsten Herbste der Messgeschichte“, sagt Glaziologe Anton Neureiter von der Geosphere Austria. „Auf den Gletschern im Bereich des Hohen Sonnblicks – Kleinfleißkees und Goldbergkees – gab es 2023 die zweithöchste Schmelzrate seit Messbeginn. Die Eisdicke dieser Gletscher schmolz im vergangen Jahr im Mittel um 1,9 Meter.“
Insgesamt sind seit 2012 von der Pasterzenzunge rund 168 Millionen Kubikmeter Eis geschmolzen. Das entspricht einem Eiswürfel mit einer Seitenlänge von 552 Metern.
Glaziologe Anton Neureiter
Auch die Pasterze, Österreichs größter Gletscher, schmilzt stark, besonders im Bereich der Zunge, dem unteren Bereich des Gletschers. „Seit dem Jahr 2012 hat die Gletscherzunge der Pasterze bis zu 120 Meter an Eisdicke verloren“, weiß Neureiter, „insgesamt sind seit 2012 von der Pasterzenzunge rund 168 Millionen Kubikmeter Eis geschmolzen. Das entspricht einem Eiswürfel mit einer Seitenlänge von 552 Metern.“
Teil eines internationalen Programms
Das laufende Gletscher- und Schneedeckenmonitoring auf den Gletschern des Sonnblicks und der Pasterze ist Teil des Programms Global Cryosphere Watch der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und wird vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) finanziert.
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