Bundesweit stieg die Zahl der Betriebsinsolvenzen im ersten Quartal 2024 um 27,3 Prozent an. Hierzulande jedoch ging sie fast um ein Viertel zurück. Die Privatkonkurse hingegen nahmen leicht zu.
Tirols Wirtschaft macht mit einer positiven Nachricht auf sich aufmerksam. Im 1. Quartal des Jahres stieg nämlich die Zahl der Insolvenzen österreichweit in allen Bundesländern an (im Schnitt um 27,3%), nur in Tirol ging sie zurück. Hierzulande gab es von Jänner bis März (dieser wurde hochgerechnet) 71 Betriebe, die insolvent wurden – um 22 oder 23,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Großinsolvenzen von Firmen blieben bisher aus
Noch klarer fallen die dadurch entstandenen Passiva aus: Waren es 2023 noch 62 Millionen Euro, so sind es heuer 13 Millionen (minus 79%). Zur Entwicklung der Passiva in Tirol lasse sich aktuell aber keine seriöse Prognose abgeben, heißt es. Vor allem, weil im Gegensatz zum ersten Quartal 2023 (Pharmazeutische Fabrik Montavit GmbH mit Verbindlichkeiten in Höhe von 45 Millionen Euro) Großinsolvenzen bisher ausgeblieben seien.
Analysiert man die Insolvenzfälle über einen längeren Zeitraum, zeigt sich, dass tendenziell mehr in den Städten als im ländlichen Raum in die Privatinsolvenz gehen.
Klaus Schaller, Leiter des KSV1870 in Innsbruck
„Die derzeitige Situation in Tirol ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die Tiroler Betriebe profitieren vom vorhandenen, guten Branchenmix. Industrie, Gewerbe, Tourismus und der Dienstleistungssektor stützen einander – auch bei einem in vielen Bereichen sehr schwierigen Marktumfeld“, betont Klaus Schaller, Leiter des Kreditschutzverbandes 1870 in Innsbruck (KSV 1870). Bundesweit gab es bisher 1691 Insolvenzen mit einem Passiva-Volumen von 992 Millionen Euro.
Teuerung wird Konkurse Privater ansteigen lassen
Bei den Privatpleiten sieht das Bild anders aus. Her gab es in den ersten drei Vergleichsmonaten eine Steigerung von 169 auf 180 (plus 6,5%). Die Passiva blieben mit 16 Mio. € gleich. Bundesweit gab es heuer bisher insgesamt 2265 Pleiten. Der KSV1870 erwartet, dass die weiter steigenden Lebenserhaltungskosten in den nächsten Monaten zu zusätzlichen Privatinsolvenzfällen an den Bezirksgerichten führen werden.
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