Vor 37 Jahren (!) erlitt Martin Töpfer aus NÖ schwerste Verletzungen. Rasch hat er weiter gearbeitet, sogar als Küchenchef. Jetzt geht’s nicht mehr–die Invaliditätspension wird ihm jedoch verweigert.
Kein einfaches Leben hat der heute 54-jährige Martin Töpfer aus dem Bezirk Wiener Neustadt. Bei einem Verkehrsunfall im Jahr 1987 erlitt er unter anderem schwere Wirbelverletzungen sowie eine Gehirnblutung. Nach Spitalsaufenthalt und Reha begann er aber bereits sechs Monate später wieder in seinem Beruf als Koch und Kellner zu arbeiten, beendete die Lehre und schaffte es sogar bis zum Küchenchef. Doch bald holten ihn seine alten Verletzungen wieder ein. Rücken- und Knieschmerzen, Erschöpfungszustände sowie Konzentrationsschwierigkeiten machten ihm zu schaffen.
Anstrengung führte rasch zu Erschöpfung
Schmerzen und wenig Unterstützung von Kollegen zwangen ihn dann bald, seinen Arbeitsplatz in der Küche zu verlassen und einen Job in der Poststelle anzunehmen. „Eine körperlich zu anstrengende Arbeit sowie Mobbing führten zur totalen Erschöpfung mit Psychosen, Panikattacken und Depressionen“, schildert Töpfer. Wieder folgten Rückfälle mit längeren Krankenständen. Töpfer investiert Unsummen in Medikamente und in private Psychotherapieplätze. „Der Aufwand ist beträchtlich, das Krankheitsbild bleibt aber unverändert.“
Die Gutachten der Pensionsversicherungsanstalt (PV), wo Töpfer 2020 zum ersten Mal um Invaliditätspension angesucht hat, beurteilen seinen Gesundheitszustand jedoch immer anders als die behandelnden Ärzte – sie kommen zu dem Ergebnis, dass er zumindest für 20 Stunden arbeitsfähig sei. „Sie negierten die umfangreichen Befunde von meinen Psychiatern und orthopädischen Schmerzspezialisten“, klagt Töpfer.
Seitens der PV heißt es dazu: „Herr Töpfer hat 2020 und 2021 Anträge auf Zuerkennung einer Invaliditätspension eingebracht, welche mangels Vorliegen von Arbeitsunfähigkeit abgelehnt werden mussten. Die gegen den ablehnenden Bescheid vom 7. Juli 2021 eingebrachte Klage zog er nach Erörterung der Sach- und Rechtslage wegen Erfolglosigkeit zurück.“ Im Vorjahr suchte Töpfer erneut um Feststellung der Invalidität an, erneut wurde abgelehnt. Es sei festgestellt worden, dass Töpfer „zumindest halbschichtige Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt zumutbar“ seien, erklärt die PV. Töpfer brachte daraufhin eine Klage ein. Das Verfahren läuft.
Leiden nehmen Tag und Nacht kein Ende
Nach wie vor leidet Martin Töpfer unter argen Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und Schmerzen. „Im Prinzip bin ich ja arbeitswillig, aber bis jetzt habe ich keine infrage kommende Tätigkeit gefunden oder angeboten bekommen“, so der derzeit Arbeitslose. Sein Alltag sei nur mithilfe seiner Familie und guten Freunden halbwegs zu meistern. „An guten Tagen kann ich kurze Autofahrten schaffen“, beschreibt er seinen momentanen Zustand. Sein Wunsch: „Mir endlich nach 38 Arbeitsjahren meine Invaliditätspension zu gewähren.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.