Nach langer Diskussion
Wohn- und Bauoffensive: Regierung präsentiert Plan
Die türkis-grüne Regierung hat sich auf die seit längerem diskutierte Wohn- und Bau-Offensive verständigt. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) präsentieren heute in Wien die geplanten Maßnahmen. In den vergangenen Wochen sickerten erste Details durch.
So dürfte ein groß angelegter Bonus in Form von geförderten Wohnbaudarlehen geplant sein. Zu den erwogenen Maßnahmen zählt auch, Kreditzinsen beim Kauf eines ersten Eigenheims steuerlich absetzbar zu machen. Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) nannte auch die Abschaffung der Nebengebühren und der Grunderwerbssteuer auf das erste Eigenheim bis zu einem gewissen Betrag als mögliche wichtige Maßnahmen.
Bauträger verschoben Projekte
Zuletzt gab es sogar eine gemeinsame Initiative der Sozialpartner mit dem Ziel, die unter der schwachen Konjunktur, hohen Zinsen und rigide Vorgaben für Hypothekarkredite leidende Baubranche zu beleben. Zahlreiche Bauträger hatten zuletzt bereits fix geplante Projekte verschoben oder auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, berichteten kürzlich die Branchengrößen Buwog und EHL.
Experten: Wohnbauförderung statt Eigenheimbonus
Weniger Anklang bei der Regierung fand dabei der Sozialpartner-Vorschlag, Privaten einen Zuschuss von maximal 100.000 Euro bzw. bis zu 20 Prozent der Errichtungskosten auf die erste Wohnung oder das erste Haus zur Verfügung zu stellen. Experten plädierten zuletzt dafür, zweckgebunden Geld über die Wohnbauförderung zu verteilen.
Auf wenig Begeisterung stießen auch Pläne, all jenen Eigenheimbesitzern durch den Steuerzahler auszuhelfen, die trotz Niedrigzinses auf eine variable Verzinsung gesetzt hatten. Initiativen aus dem Bau- und Bankensektor sowie Teilen der Politik, die Kriterien für die Kreditvergabe zu lockern, stießen wiederum auf Ablehnung von Konsumenten- und Schuldnerberatern.
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