Infantino unter Druck

Neuer FIFA-Boss? Ceferin trifft eine Entscheidung

Fußball International
24.08.2026 09:00
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Aleksander Ceferin will den massiv unter Druck geratenen FIFA-Boss Gianni Infantino nicht herausfordern und schloss eine Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten im März 2027 aus.

„Ich bin nicht interessiert“, sagte der Präsident der Europäischen Fußball-Union im Podcast „The Rest is Politics“. Zum einen liebe er die UEFA und die Arbeit dort. Außerdem sei seine „Glaubwürdigkeit um ein Vielfaches höher, wenn ich kein Interesse an diesem Posten habe“, betonte der 58-Jährige.

Aleksander Ceferin
Aleksander Ceferin(Bild: AFP/FABRICE COFFRINI)

Der Slowene steht seit zehn Jahren an der UEFA-Spitze, seine Amtszeit endet ebenfalls im kommenden Jahr. Infantino steckt in der größten Krise seiner Ära. Besonders seine publik gewordenen und mittlerweile zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von Investoren für zukünftige WM-Geschäfte sorgten für Entrüstung in der Fußball-Welt.

Gegenkandidat wird gesucht
Ceferin ist einer seiner schärfsten Kritiker, die UEFA will Infantinos Wiederwahl beim FIFA-Kongress im kommenden März verhindern. Sie hatte einen Boykott aller FIFA-Bewerbe angekündigt, die Weltmeisterschaften eingeschlossen. Auch nach Rücknahme der Infantino-Pläne hatte die UEFA die Drohung wiederholt. Ceferin hat eigenen Angaben zufolge seit Beginn der aktuellen Krise nicht mehr mit dem Schweizer gesprochen.

Gianni Infantino
Gianni Infantino(Bild: AFP/HANDOUT)

Ceferin hofft, dass Infantino erkennt, „dass er nicht die nötige Unterstützung für seine Wiederwahl hat“ und quasi selbst zurücktritt. „Die zweite Möglichkeit ist, dass er zur Wahl antritt. In diesem Fall wird es wohl einen Gegenkandidaten geben. Ich weiß allerdings noch nicht, wer das sein wird“, sagte Ceferin. Die FIFA hat den 18. November als Frist für die Nominierung von Herausforderern festgelegt, die nächste Amtszeit dauert bis 2031.

Infantino ist seit 2016 FIFA-Präsident. Bis zu den heftigen Reaktionen auf seine Vorschläge schien seine Wiederwahl im kommenden Jahr in Marokko ohne Gegenkandidaten reine Formsache zu sein. Neben zahlreichen Verbänden, die sich gegen Infantino gestellt haben, hat der 56-Jährige weltweit aber auch noch viele Unterstützer.

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