Auf der Reiteralm kämpfen die Skicrosser am Wochenende um Weltcup-Punkte. Zwei steirische Athleten sind mit dabei. Um das Potenzial des Sports bei der Jugend auszuschöpfen, fehlt es aber am richtigen Konzept und an finanziellen Mitteln.
Für die Athleten öffnen sich auf der Reiteralm am Samstag um 12.15 Uhr die Startgates. Für Katrin Ofner und Robert Winkler ist dieses Prozedere längst Routine, mit ihren jeweils 33 Jahren gehören die beiden Steirer nicht mehr zu den jüngsten Semestern.
Junge Sportart kommt gut an
Mit Tatjana Meklau (25), die letzte Woche ihren ersten Europacupsieg feierte, steht die nächste Steirerin bereits am Sprungbrett zurück in den Weltcup. Aber wie ist es in den Schüler- und Jugend-Kategorien um Skicross bestellt? Hat sich die noch recht junge Sportart (erst seit 2010 olympisch) bereits etablieren können?
„Es gibt viele Junge, die sich für unseren Sport interessieren. Das zeigen die Schulrennen, die regelmäßig am Kreischberg stattfinden. Leider mangelt es aber an Trainingsmöglichkeiten und an Rennen für den Nachwuchs“, erklärt Gottfried Wolfsberger, ÖSV-Vizepräsident und im steirischen Landesskiverband zuständig für den Skicross-Nachwuchs.
Grazer Talent siegte in Tschechien
Davon kann auch Lenz Hauser ein Lied singen. Der 18-jährige Grazer gewann Mitte Jänner sein erstes FIS-Junioren-Rennen - im tschechischen Jezerne. Teure Ausflüge zu Läufen nach Italien oder Tschechien muss er regelmäßig auf sich nehmen.
„Wir trainieren schon auch auf der Reiteralm. Zum Training ging es zuletzt aber ins Montafon, vor Saisonstart immer ins Pitztal“, sagt der 18-Jährige. Immerhin steht er im ÖSV-Nachwuchskader, kommt dadurch in den Genuss von Gruppen-Trainern. „Auch das Startgeld und die Liftkarte werden uns zur Verfügung gestellt. Das Hotel müssen wir aber selber zahlen.“ Erst bei einem Aufstieg in den C-Kader würde sich das ändern.
Talente werden nicht gefunden
Die Bemühungen des ÖSV, Skicross auf eine breitere Basis zu stellen, lobt Wolfsberger. Auf der Reiteralm fanden kurz vor Jahreswechsel Schnuppertage für 12- bis 15-Jährige statt, am 10. März wird dort ein Junior-Race für 14- bis 16-Jährige veranstaltet.
Wolfsberger wünscht sich aber eine Ausweitung des Konzepts: „Im ÖSV beginnt es so richtig erst ab einem Alter von 15 Jahren. Das ist meiner Meinung nach zu spät. Dadurch entgehen uns viele Talente, die es bei uns sicher gibt.“
In der Steiermark müssen wir bei null anfangen, wenn man das wirklich angehen will. Aber dazu muss man auch Geld in die Hand nehmen.
Gottfried Wolfsberger, Steirischer Skiverband
Echte Strukturen für Nachwuchsförderung im Bundesland würden hingegen fast völlig fehlen: „In der Steiermark müssen wir bei null anfangen, wenn man das wirklich angehen will. Aber dazu muss man auch Geld in die Hand nehmen.“
Bundesländer sollten zusammenarbeiten
Wolfsbergers Wunschliste? „Ich bräuchte einen Trainer, mit dem man gute Trainingstage und Workshops organisieren kann. Und dann sollte man bundesländerübergreifend eine kleine Rennserie aufstellen. Würde man hier etwa mit Ober- und Niederösterreich oder Salzburg etwas zusammenbringen, dann hat Skicross bei uns eine große Zukunft.“
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