Opa und Baby in Mur

Grazer Studentin rettete schon einmal ein Leben

Steiermark
15.02.2024 11:59

Die Grazerin Ute Leitner (36) zog Opa und Baby aus der eiskalten Mur: „Der Kinderwagen war bereits komplett im Wasser!“

Ein paar Kilometer entlang der Mur in Graz laufen - das war am Faschingsdienstag der Plan von Krankenschwester und Medizin-Studentin Ute Leitner (36). Doch auf einmal traute sie ihren Augen kaum. „Wollen die da jetzt baden gehen?“, waren ihre ersten Gedanken, als sie einen Mann sah, der bis zum Bauchnabel in der eiskalten Mur stand. Am Arm ein Baby, mit der anderen Hand hielt er den Kinderwagen fest.

Klagte über starke Schmerzen
„Der Kinderwagen war komplett im Wasser. Der Mann hat aber nicht um Hilfe gerufen. Für mich ein Zeichen, dass er total geschockt gewesen sein muss“, erzählt sie. Verzweifelt streckte er ihr das schreiende, völlig durchnässte Baby entgegen.

Im selben Moment kam eine Dame mit ihrem Enkelkind vorbei. Ihr gab sie den Säugling, um ihn in ein Café zu bringen, wo sie ihm die Kleidung wechselte. Ute Leitner kümmerte sich währenddessen um den aufgelösten Bosnier (51), der offensichtlich unter Schock stand. Wieso er plötzlich mit seinem Enkel in der eiskalten Mur stand, kann er nicht erklären, aufgrund des Schocks ist die Erinnerung weg. Er klagte jedoch über starke Schmerzen.

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Der Kinderwagen war unter Wasser. Der Mann hat aber nicht um Hilfe gerufen. Er muss total geschockt gewesen sein.

Lebensretterin Ute Leitner

Kurz darauf traf auch schon das Rote Kreuz mit drei Autos ein - ein Jumbo sowie ein Notarzteinsatzfahrzeug und ein weiterer Rettungswagen. Der Jumbo ist meist mit ehrenamtlich tätigen Medizinstudenten und promovierten Ärzten vom Medizinercorps besetzt.

Erste-Hilfe-Kenntnisse lebensrettend
„Man kann dort, so wie ich, die Ausbildung zum Rettungsmediziner machen“, erzählt ein junger Mann, der am Faschingsdienstag für das Rote Kreuz unter anderem bei diesem Vorfall im Einsatz gestanden ist. „Dieser hat einmal mehr klargemacht, wie wichtig Erste Hilfe ist. Wichtig war, das Baby zu wärmen. Babys kühlen viel schneller aus als Erwachsene“, weiß er zu berichten.

Da die Rettungskette ideal funktioniert hat, ist zum Glück alles glimpflich ausgegangen. Der geschockte Opa und das Enkelkind wurden mit Unterkühlungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Nicht zum ersten Mal musste Ute Leitner einschreiten. Auf der Autobahn rettete sie gemeinsam mit anderen Zeugen einen Mann aus einem umgedrehten Auto, aus dem noch dazu bereits Benzin ausgeronnen war, heraus.

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