Als Scharapowa aus den Händen der dreifachen French-Open-Siegerin Monica Seles die Siegestrophäe erhielt, war sie sich wohl endgültig ihres bisherigen Karriere-Höhepunkts bewusst. Auch wenn die 1,88 Meter große, in Florida lebende Sportlerin schon einmal Nummer 1 der Welt gewesen ist, so ist die Rückkehr auf den Tennis-Thron nach einer langwierigen Schulterverletzung, die sie bis auf Platz 126 im Ranking hatte zurückfallen lassen, wohl noch mehr wert. Der Triumph nun auch noch auf dem Sand von Roland Garros hat die Bedeutung Scharapowas für diesen Sport eine Stufe höher gehoben.
"Ich bin sprachlos. Es war solch eine Reise, um bis auf diese Bühne zu kommen", sagte eine sichtlich gerührte Scharapowa, nachdem sie sich durchaus talentiert auch auf Französisch beim Pariser Publikum bedankt hatte. Sie dankte ihrem gesamten Team und ihren Eltern: "Sie sind mein Felsen, die mir durch all die schweren Zeiten geholfen haben." Freilich lobte sie auch die ihr unterlegene Finalistin, die sich trotz des glatten Ergebnisses doch sehr gewehrt hatte.
Errani chancenlos
Errani, die gerade zehn Tage jünger ist als Scharapowa, stand als erst zweite Italienerin in einem Grand-Slam-Finale (nach Francesca Schiavone 2010 und 2011 in Paris). Die dreifache Turniersiegerin auf Sand agiert taktisch klug und hatte immerhin auf dem Weg ins sensationelle Finale auch zwei frühere Paris-Siegerinnen (Ana Ivanovic und Swetlana Kusnezowa), die deutsche Top-Ten-Spielerin Angelique Kerber und US-Open-Gewinnerin Samantha Stosur ausgeschaltet. Im Endspiel war sie gegen Scharapowas brachiale Grundschläge letztlich aber machtlos.
Scharapowa hatte schon nach 15 Minuten auf 4:0 gestellt. Die Kämpfernatur Errani, 24 Zentimeter kleiner als Scharapowa, kann sich mit ihrem mit Abstand fettesten Karriere-Preisgeldscheck über 625.000 Euro sowie dem Doppel-Titel trösten. Zudem klettert sie von Platz 24 auf zehn und wird die neue italienische Nummer eins. "Das ist unglaublich für mich", sagte sie nach der ersten Enttäuschung.
Mirnyi/Nestor gewinnen das Herren-Doppel
Max Mirnyi und Daniel Nestor haben ihren Titel im Herren-Doppel erfolgreich verteidigt. Der Weißrusse und der Kanadier setzten sich am Samstag gegen Bob und Mike Bryan mit 6:4, 6:4 durch. Für Nestor war es der dritte Paris-Titel in Serie und der achte bei einem Grand-Slam-Turnier im Herren-Doppel. Mirnyi hält bei ebenfalls vier Erfolgen in Roland Garros und insgesamt sechs.
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