Di, 17. Juli 2018

"Brauche kein Amt"

16.05.2012 07:11

'Scheindemokratie': Stronach wird keine Partei gründen

Der austro-kanadische Industrielle Frank Stronach hat am Dienstagabend klargestellt, dass er sich selbst nicht politisch engagieren will. "Ich werde keine Partei gründen", erklärte der 79-Jährige im ORF-"Report". "Ich brauche kein Amt." Es könne aber durchaus sein, dass er eine andere Partei unterstütze. Österreich bescheinigte der Milliardär eine "Scheindemokratie" samt einem "System der Machterhaltung".

Auch eine Kandidatur für den Nationalrat hält der Industrielle für "nicht verlockend". Auf die Frage, ob er ins Parlament wolle, sagte Stronach: "Ich glaube kaum." Nicht ganz ausgeschlossen hat er hingegen, eine andere Partei möglicherweise zu unterstützen.

Nach der Veröffentlichung seiner Broschüre zur "Revolution für Österreich" vor zwei Wochen, in der er die Politik hierzulande kritisiert und "Lösungsvorschläge" präsentiert, werde er nun "warten, was passiert". Es gebe aber keine Vereinbarung.

Keine Kooperation mit BZÖ
Dass BZÖ-Obmann Josef Bucher seine politischen Ideen großteils gut gefunden hat, freut Stronach. Aber es ist "nichts fix", meinte der der Industrielle. Auch Bucher hat in der Zwischenzeit eine politische Zusammenarbeit mit Stronach ausgeschlossen: "Das BZÖ ist nicht käuflich. Bucher ist nicht käuflich. Bucher wird Spitzenkandidat."

Auf Spekulationen, wonach etwa einzelne Politiker der ÖVP mit ihm zusammenarbeiten könnten, ging Stronach nicht konkret ein. Er meinte nur, die ÖVP sei schon sehr lange Teil der Regierung - und diese Regierung habe sehr viel falsch gemacht.

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch hatte bereits kurz nach der Präsentation von Stronachs Broschüre das Dossier wenig schmeichelhaft als "seichtes Papierchen, das mich keine Sekunde kürzer schlafen lässt" bezeichnet. Demnach wärme Stronach darin inhaltlich "alte Kalauer fern jeder Realität" neu auf.

"System der Machterhaltung"
Stronach indes will "Österreich dienen" und begründet sein Engagement für das Land mit seiner "großen Sorge", wenn es so weitergehe, "fahren wir an die Wand". Österreich habe "ein System der Machterhaltung" und eine "Scheindemokratie". Der Wohlstand sei nur auf Schulden gegründet.

Der 79-Jährige tritt in seiner Broschüre zur "Revolution für Österreich" für einen Schuldenabbau, weniger Verwaltung, eine Flat Tax und eine Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter ein. Er fordert mehr Wettbewerb und Konkurrenz in der Politik, einen Ehrenkodex für Politiker sowie mehr Bürgerbeteiligung. Zudem plädiert Stronach für ein "gesundes und starkes Europa souveräner Staaten" und äußert die Hoffnung auf eine "Revolution des Denkens".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.