Fr, 20. Juli 2018

Wie im Bienenstock

28.04.2015 16:15

Produktiv arbeiten im Großraumbüro

Speziell in größeren Unternehmen hat sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten das Großraumbüro immer mehr als die bevorzugte Raumaufteilungs-Variante herauskristallisiert. Das hat Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil liegt auf der Hand: Konzentriertes, ungestörtes Arbeiten kann zu einer echten Herausforderung werden.

Warum Großraumbüros?
War es früher üblich, Mitarbeiter in Gruppen von maximal zwei bis vier Personen in einem Raum zusammenzufassen, so geht der Trend heute klar in die andere Richtung. Speziell in größeren Unternehmen baut man auf flexible Raumkonzepte, die je nach Bedarf adaptiert werden können. Der Hintergrund hierfür liegt zum einen in der Flexibilität, die man dadurch beim Gestalten der einzelnen Arbeitsbereiche hat – so ist es beispielsweise schneller möglich, Tische anders zu stellen, Abteilungen anders zu gruppieren oder Funktionen neu zusammenzufassen. Zum anderen im Informationsfluss, der besser funktioniert, wenn ein ständiger Austausch zwischen Teilbereichen möglich ist.

Und dieser große Vorteil kann je nach Situation oder Tätigkeitsprofil auch ein Riesennachteil sein. Denn müssen Sie sich wirklich konzentrieren, kann es sehr schwerfallen, alle Umgebungsgeräusche und Gespräche auszublenden. Umgekehrt muss man auch aufpassen, was man sagt, schließlich hat man ständig Zuhörer. Und Großraumbüros verleiten dazu, einander gegenseitig zu stören – der Kollege ist ja da, warum nicht schnell eine offene Frage klären?

Besonders störungsanfällig sind jene Arbeitsplätze, die an Sammelpunkten oder in Durchlaufzonen angesiedelt sind: beim Ein- oder Ausgang, beim Drucker, beim Faxgerät. Die dort durchgehenden oder wartenden Kollegen beginnen gerne Small Talk, und das macht konzentriertes Arbeiten schwierig. Ebenso erzeugt das Aufstehen und Durchgehen von Kollegen generell eine gewisse Unruhe.

Oft wird es auch als störend empfunden, dass man ständig die Blicke anderer im Rücken zu spüren glaubt, weil die schützenden Trennwände fehlen. Und nicht zuletzt sind vertrauliche Gespräche bzw. Besprechungen direkt am Schreibtisch nur sehr schwer möglich.

Was kann man tun?
Zunächst ist wichtig, sich innerhalb des Teams auf gewisse Spiel- bzw. Bereichsregeln zu einigen. Diese werden je nach Unternehmenskultur unterschiedlich aussehen. Eine wichtige Regel ist jedoch, Besprechungen bzw. längere Gespräche in den dafür definierten Bereichen abzuhalten: Besprechungsräume, Pausenbereiche, am Gang. So stört man sich gegenseitig nicht und hat umgekehrt mehr Ruhe, um sich zu unterhalten bzw. sich produktiv auszutauschen. An diese Regel sollte man sich dann auch gegenseitig erinnern (dürfen), um gemeinsam einen geringen Lärmpegel zu ermöglichen.

Schwieriger wird es bei Telefonaten. Schließlich muss man in normaler Lautstärke sprechen, gleichzeitig will man vermeiden, dass der ganze Bereich an dem Gespräch teilhat. Sind in Ihrem Unternehmen Firmenhandys üblich, ist es eine Option, Gespräche aufs Handy umzuleiten und bei längeren Telefonaten einfach nach draußen zu gehen. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie dafür nicht in der Nähe des Computers sein müssen bzw. keinen Zettel und Stift benötigen. Andernfalls sollte man sich ebenfalls darauf verständigen, in gedämpfter Lautstärke zu sprechen.

Mehr Konzentration
Als weitere Maßnahme können Sie Ihre Arbeitszeiten so anpassen, dass Sie für wichtige Tätigkeiten Randzeiten ausnutzen und so in einem weniger dicht besetzten, ruhigeren Büro arbeiten können. Wird der Lärmpegel zu groß, kann es helfen, Kopfhörer im Büro mitzuhaben und sich einfach akustisch abzukoppeln, wenn man einmal eine ungestörte Stunde braucht.

Auszeit!
Eine andere Taktik, mit der man Unterbrechungen durch Kollegen vorbeugen kann, sind simple Schilder: Ein Stopp-Schild kann so beispielsweise signalisieren, dass Sie gerade konzentriert arbeiten wollen und man Sie daher nicht ansprechen sollte – quasi ein Ersatz für eine geschlossene Türe.

Weiters können Sie sich in größeren Unternehmen – Laptop-Arbeitsplätze vorausgesetzt – für wichtige Arbeiten einen ungestörten Platz suchen und einfach nicht am Schreibtisch arbeiten. Solche Plätze finden Sie beispielsweise in nicht genutzten Besprechungsräumen, der Kantine außerhalb der Essenszeiten etc. Eine andere Option besteht darin, mit Ihrem Vorgesetzten die Möglichkeiten von Telearbeit zu besprechen.

Generell ist es bei einer wenig zufriedenstellenden Raumlösung auch einen Versuch wert, um eine andere Aufstellung der Arbeitsplätze anzusuchen. Auch halbhohe Trennwände stellen meist schon eine Verbesserung dar, genauso wie richtig platzierte Raumteiler oder Aufbewahrungsschränke oder sogar Pflanzen – denn schon die optische Abgrenzung bringt oft mehr Ruhe und Ungestörtheit beim Arbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.