12.05.2012 14:32 |

Superjet-Absturz

Experte: "Piloten wollen bei Demo-Flügen oft angeben"

Der Pilot des am Mittwoch im indonesischen Dschungel abgestürzten russischen Passagierflugzeugs hat vor dem Absturz beim Kontrollturm um Erlaubnis ersucht, auf eine tiefere Flugbahn zu gehen. Offenbar habe er den Passagieren eine Militärbasis zeigen wollen, teilte das indonesische Verteidigungsministerium am Samstag mit. Ein australischer Luftfahrtexperte gab zu bedenken, dass Piloten auf Demonstrationsflügen manchmal "Dinge tun, die sie normalerweise nicht tun. Sie wollen dann oft angeben".
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Laut Tom Ballantyne sei es nicht ungewöhnlich, dass Flugkapitäne markante Landschaften oder Bauwerke überfliegen. "Potenziellen Kunden zeigt man gerne, wie das Flugzeug mit einer bestimmten Geschwindigkeit steigen oder sinken kann", weiß der Experte.

45 Menschen an Bord
Der Kontrollturm in Jakarta hatte dem Piloten erlaubt, die Suchoi-Maschine mit 45 Insassen an Bord von einer Flughöhe von 3.000 Metern auf 1.800 Meter abzusenken. Zur Untersuchung der Absturzursache des brandneuen Superjet 100 schickte der Hersteller Suchoi bereits mehr als 70 Experten nach Indonesien. Nach offiziellen Angaben wurden inzwischen 16 Leichen geborgen und am Samstag zur Identifizierung in ein Krankenhaus in Jakarta gebracht, wo Angehörige warteten.

Die Maschine war während eines Demonstrationsflugs mit Vertretern der Luftfahrtindustrie und Journalisten an einem 2.200 Meter hohen Vulkan zerschellt. Der Pilot habe sich davor der Militärbasis Atang Senjaya genähert, die ein sicherer Ort für niedrigere Flughöhen sei, sagte der Luftfahrtdirektor des Verteidigungsministeriums, Herry Bakti. "Wir vermuten, dass er den Passagieren die Militärbasis zeigen wollte." Was danach passierte, sei noch unklar.

Superjet große Hoffnung der Russen
Der Superjet 100 gilt als große Hoffnung der russischen Luftfahrtindustrie. Mit der Mittelstreckenmaschine will Suchoi in den internationalen Markt für Passagierflugzeuge vorstoßen und der seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion kriselnden russischen Luftfahrtbranche neuen Schwung verleihen.

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