Spaziergängerinnen machten am Rande eines Waldstücks in Niederneukirchen (OÖ) eine zufällige, aber sehr grausige Entdeckung. Dort waren insgesamt sechs Lebendfallen ausgelegt. Im Umfeld wurde außerdem ein Katzenkadaver, der womöglich als Köder für andere Tiere dienen hätte sollen, gefunden. In der Nähe befindet sich auch ein Hochstand.
Es ist noch nicht lange her, dass in St. Florian bei Linz eine vermisst gewesene Katze mehrere Tage lang in einer Lebendfalle gefangen gewesen sein soll. Die dreifache Katzenbesitzerin Sabine O. war deshalb am Sonntag aus Sorge mit einer Freundin im Nachbarort Niederneukirchen in einem Waldstück spazieren, von dem sie wusste, dass Lebendfallen aufgestellt sind.
Fallen zufällig entdeckt
„Vor einem halben Jahr ist in der Nähe ein Hund letztmalig gesehen worden, der abgängig war. Damals hab’ ich in der Gegend nach ihm gesucht und zufällig die Fallen entdeckt“, erklärt die 52-Jährige. Sie war auf insgesamt sechs Kastenfallen verschiedenster Größe gestoßen, die sie nun wieder inspizierte. „Ich wollte nachsehen, ob vielleicht eine Katze oder ein anderes Tier darin gefangen ist“, erklärt O..
Tote Katze als Köder ausgelegt?
Dem war zum Glück nicht so, dennoch machte sie eine grausige Entdeckung: „Im Umfeld der Lebendfangfallen lag eine tote Katze, deren Schweif mit Klebeband umwickelt war.“ Es handelte sich um ein etwa sechs Monate junges Tier, das längere Zeit dort gelegen haben dürfte. O. machte Fotos und berichtete Tierschützerin Andrea W. (60) aus Leonding vom Fund, die den „Verein gegen Tierfabriken“ informierte. „Bei der Katze könnte es sich um einen ausgelegten Köder handeln“, mutmaßt W.
Wildtiere auf engstem Raum der Freiheit zu berauben, ist grausam. Nur fünf Minuten sind für sie schon eine Qual.
Rudolf Winkelmayer, Ex-Amtstierarzt und Initiator des Jagdreform-Volksbegehrens
Fundstelle begutachtet
VGT-Mitarbeiter begutachteten am Montagnachmittag die Fundstelle und sicherten den Kadaver. Das tote Tier wurde ans Veterinärinstitut für Pathologie nach Wien gebracht, wo untersucht wird, woran es verendet ist. Auch das Klebeband am Schweif gibt Rätsel auf.
Gegenüber der „Krone“ äußert ein Jäger, der anonym bleiben will, einen Verdacht: „Unter dem Band könnte Gift aufgebracht worden sein, sodass Füchse oder Marder, die den Kadaver fressen, verenden. Andere Tiere, die die tote Katze nur ablecken, jedoch nicht.“ Sollte die Untersuchung belastende Fakten zutage fördern, plant der VGT eine Anzeige.
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