Die „Tiroler Krone“ griff zum Taschenrechner und nahm die Spitze in den Sparten und Fachgruppen der Wirtschaftskammer unter die Lupe. Das Ergebnis: Beim Frauenanteil ist noch viel Luft nach oben. Eine Aussage von Präsidentin Barbara Thaler bei ihrem Amtsantritt stimmt also nicht ganz.
„Die Wirtschaft war immer weiblich“, sagte Tirols erste WK-Präsidentin Barbara Thaler vor wenigen Wochen anlässlich ihres Amtsantritts. Stimmt diese Aussage tatsächlich? Wenn es um die Führungspositionen in der Wirtschaftskammer geht, also bei den Spartenvertretern und in den zahlreichen Fachgruppen, lautet die Antwort Nein. Die „Krone“ hat für eine Analyse gezählt und den Taschenrechner gezückt.
Frauenanteil an Spitze der Sparten bei 20,3 Prozent
Von den Banken und Versicherungen bis hin zu Transport und Verkehr gibt es in der WK sieben Sparten. Diese werden von insgesamt 64 Köpfen vertreten. Davon sind 51 Männer und 13 Frauen. Der Frauenanteil liegt somit bei 20,3 Prozent. Ein noch schlechteres Ergebnis kommt bei einer Analyse der 75 Fachgruppen heraus. Hier zählte die „Krone“ exakt 240 Köpfe an der Spitze, also Obleute und deren Stellvertreter. Das Ergebnis: 203 Männern stehen 37 Frauen gegenüber. Der Frauenanteil hier: 15,4 Prozent.
14,7 Prozent der Obleute in Fachgruppen Frauen
In gerade einmal vier Fachgruppen sind an der Spitze mehr Frauen als Männer vertreten. Und die einzige Fachgruppe, die zu hundert Prozent von Frauen angeführt wird, ist jene der persönlichen Dienstleister. Und wie sieht es aus, wenn man nur die Obleute betrachtet. Die 75 Fachgruppen werden von 64 Männern und elf Frauen angeführt. Heißt konkret: Der Frauenanteil liegt bei mageren 14,7 Prozent.
Leicht bessere Statistik bei Blick auf Mitglieder
Der Vollständigkeit halber noch ein Blick auf alle aktiven Mitglieder in den Fachgruppen (Stand 30.9. 2023). Laut Stefan Garbislander, dem Leiter für Wirtschaftspolitik, Innovation und Nachhaltigkeit in der Wirtschaftskammer, gibt es derer insgesamt 46.463. Davon sind 29.525 männlichen und 16.938 weiblichen Geschlechts. Das entspricht einem Frauenanteil von 36,5 Prozent.
Tiroler Wirtschaft doch nicht „immer weiblich“
Dass „die Wirtschaft immer weiblich war“, wie die WK-Präsidentin sagte, stimmt in dieser Hinsicht also nicht. Sie ist nach wie vor männlich dominiert. Aber wie sagte der Dichter Johann Wolfgang von Goethe einst: „Was nicht ist, es kann ja noch werden.“
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