Mo, 18. Juni 2018

Verwaltungsarbeiten

22.04.2012 19:43

"Theater-ÖIAG" kostet pro Saison fünf Millionen Euro

Hinter den Kulissen von Burgtheater (Bild), Staats- und Volksoper brodelt es gewaltig. Denn ungeachtet der Sparmaßnahmen in (fast) allen Bereichen der Republik, leisten sich die Bundestheater seit Jahren eine Holding-Gesellschaft für Verwaltungsarbeiten. Diese "Theater-ÖIAG" kostet pro Saison 4,9 Millionen Euro.

Rund fünf Millionen Euro pro Saison für eine Theater-Holding mit zwei Geschäftsführern, einem Aufsichtsratsvorsitzenden, einer stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, zehn Aufsichtsräten und 16 Mitarbeitern. Offiziell heißt es, diese Holding habe die "strategische Konzernführung" für Burgtheater, Staats- und Volksoper.

Es ginge auch um die "Wahrnehmung der Kollektivvertragsfähigkeit zur Gestaltung der arbeitsrechtlichen Situation", heißt es aus dem Büro von Kulturministerin Claudia Schmied. An eine Auflösung der "Theater-ÖIAG" nach dem Auslaufen des Vertrags mit dem derzeitigen Holding-Chef Georg Springer im Dezember 2014 ist laut Ministerbüro "nicht gedacht".

500.000 Euro teure Geheimstudie
Allerdings muss es zuletzt intern doch auch ernste Bedenken gegeben haben. Denn in einer etwa 500.000 Euro teuren Studie sind mögliche Reformen und etwaige Einsparungsmöglichkeiten untersucht worden. Die Studie wird jedoch unter Verschluss gehalten, weil - so heißt es - darin Firmengeheimnisse der Staatstheaterbetriebe enthalten wären.

Zurückhaltend äußert sich dazu ÖVP-Staatssekretär Wolfgang Waldner. Er ist für die entsprechenden großkoalitionären Verhandlungen mit Ministerin Schmied zuständig. Waldner, der selbst lange im Kulturbereich tätig war, meint, dass "es immer Möglichkeiten gibt, derartige Organisationen effizient zu reformieren". Am Ende müsse das Geld für die kulturellen Leistungen der Bundestheater bleiben und nicht im Verwaltungsapparat versickern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.