Mi, 12. Dezember 2018

"Zara"-Report 2011

21.03.2012 12:35

Rassismus vor allem in Geschäften ein großes Problem

Lieber auf ein Geschäft verzichten als einen Ausländer bedienen: Dieser rassistische Trend ist offenbar in Österreich zu beobachten. Der Rassismus-Report der Initiative "Zara" für das Jahr 2011 listet einschlägige Vorfälle etwa in Lokalen, Banken und Shops auf. Politik und Wirtschaftsorganisationen wurden bei der Präsentation des Berichts von "Zara"-Geschäftsführerin Claudia Schäfer am Mittwochvormittag aufgefordert, Initiativen gegen diese "rassistische Selektion" vorzunehmen.

Der "Zara"-Report listet traditionell rassistische Vorfälle auf, die der Initiative zu Gehör gebracht wurden. Heuer waren es 706 und damit 39 weniger als im Vorjahr. Zurückzuführen ist das darauf, dass deutlich weniger Beschmierungen gemeldet wurden als 2010. Angestiegen sind dagegen Vorfälle im Internet sowie eben im Bereich Güter und Dienstleistungen.

Probleme in Geschäften, Lokalen und Wohnungsbereich
So wurde etwa eine Frau beim Verlassen eines Geschäfts, in dem sie letztlich nichts gekauft hat, mit den Worten "Ausse, ausse, jüdisches Gesindel" bedacht. Einer Malerin aus Chile wurde in mehreren Bankfilialen nicht gestattet, ein Konto zu eröffnen, offenbar weil man sie für eine Sexarbeiterin hielt: "What is your real job?", musste sie sich von einem Angestellten anhören.

Ein dauerhaftes Problem besteht auch im Wohnbereich. Wieder wurden diverse Wohnungsanzeigen gemeldet, die sich nur an Inländer wandten. Ebenfalls kein Ende der Diskriminierungen gibt es im Bereich der Gastronomie. Beispielsweise wurde einem Mann aus Lateinamerika der Eintritt in ein Lokal zunächst mit der Ausrede "Privatparty" verwehrt und schließlich auf Lokale "für Latinos" verwiesen.

Immer mehr Vorfälle im Internet
Während die Zahl der rassistischen Beschmierungen in den letzten Jahren etwas zurückgegangen sein dürfte, wie der Leiter der "Zara"-Beratungsstelle Wolfgang Zimmer vermutet, nimmt die Zahl einschlägiger Vorfälle im Internet weiter zu. Ein besonderes Problem stellen da Kettenbriefe mit falschen Inhalten dar, die sich auch weiterverbreiten, wenn der Inhalt längst widerlegt ist. Die Behauptung, ein Vater habe nach einer Mandeloperation seines Kindes nicht bei diesem im Spital übernachten dürfen, da dies eine muslimische Familie im selben Zimmer gestört hätte, ist ein solcher Fall.

Politiker und Künstler stechen negativ hervor
Neben vielen Alltagsereignissen hat wie jedes Jahr auch die Politik Eingang in den Rassismus-Report gefunden, etwa der mittlerweile aus der FPÖ geworfene Ex-Nationalratsabgeordnete Werner Königshofer, der marokkanische Flüchtlinge als "Kanaken" bezeichnet hatte. Unter den Kulturschaffenden tat sich der deutsche Schauspieler Ben Becker mit einer "antiziganistischen" Äußerung negativ hervor, als er im ORF meinte, in Deutschland werde man als Schauspieler behandelt wie "Zigeuner, die hinter die Büsche scheißen".

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